Jean-Yves Ferri: Asterix bei den Pikten
Asterix 35

Asterix 2.0: Die nächste Generation. Goscinny ist schon seit vielen Jahren tot und Uderzo hatte die Reihe danach alleine, allerdings mit abnehmendem Erfolg weiter geführt; es fehlten einfach die Ideen seines verstorbenen Partners. Der Legende von “Asterix der Gallier” konnte aber  nichts etwas anhaben und so ist eine Neuerscheinung, mehr als 50 Jahre nachdem der erste Band (im Jahr 1961) erschien, noch immer etwas besonderes. Na, jedenfalls für mich :-)

Diesmal mit völlig neuem Team: Uderzo hat sich zurück gezogen, Jean-Yves Ferri (Text) und Didier Conrad (Zeichung) haben übernommen.

Die Latte liegt jedenfalls hoch, denn die Texte von Rene Goscinny fand ich meistens annähernd genial, immer aber sehr komisch (man erinnere sich an die Vermengung von Latein mit Deutsch). Die Zeichnungen, für die Uderzo zuständig war, wandelten sich im Laufe der Jahre, die ersten Asterix-Alben zeigen noch optisch völlig andere Gallier.

Gleich vorweg: der Stil der Zeichnungen von Didier Conrad schließt ziemlich nahtlos an den von Uderzo an, ein Unterschied ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Überhaupt ist die gesamte optische Aufmachung darauf ausgelegt, dass sich die alten Asterix-Fans gleich wie zuhause fühlen können.

Asterix bei den Pikten führt uns ins hohe Kaledonien (Schottland). Grund dafür ist ein Fund, den Asterix & Obelix am Strand machen: ein Eisblock, in dem ein Mann eingefroren ist, wird an Land gespült. Und der ist.. richtig: ein Pikte. Nach dem Auftauen gestaltet sich die Kommunikation mit dem Fremden zunächst etwas schwierig, doch schon bald wird klar, was der Mann erzählen will. Eines aber gelingt ihm sofort (auch ohne Worte): die Damenwelt im Gallischen Dorf zu beeindrucken, sehr zum Ärger von Majestix, Verleihnix, Methusalix & Co.

Mit dem Aufbruch von Asterix, Obelix (Idefix muss diesmal im Dorf bleiben) und dem Pikten geht das Abenteuer los: Römische Legionäre, Gute Pikten und Böse Pikten, Loch Ness und Schottenrock. Das Problem mit den Bösen wird – tschin-bumm-krach – in gewohnter Art und Weise gelöst und dann gibt es was zu feiern.

Einige nette Einfälle lassen ein wenig von der früheren Freude an den Asterix-Comics aufkommen – und wie damals wird auch wichtiges Wissen vermittelt, u.a. die Antworten auf so essentielle Fragen, wie: woher kommt der Begriff Piktogramm; wer ist Nessie, wer erfand den Kreisverkehr, wie entstand die Rockmusik und warum bauten die Römer den Hadrianswall? Und es wird, das habe ich zuletzt sehr vermisst, wieder ein richtige Geschichte erzählt (und nicht nur kurze Episoden aneinander gereiht).

Gegenüber den letzten Asterix-Bänden eine eindeutige Verbesserung. Hat Spaß gemacht, hat Potential für mehr und einen nächsten Band werde ich mir sicher zulegen …


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