Eva-Isabel Schmid: Paracelsus
Auf der Suche nach der unsterblichen Seele

Es war das Zeitalter des Umbruches, als man es noch mit dem Leben bezahlen konnten, wenn man mit wissenschaftlicher Arbeit ins Visier der Kirche geriet. Wer damals gegen die Gesetze der noch immer übermächtigen Kirchen verstieß, wer die Dogmen der Kirchen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen infrage stellte, landete oft auf dem Scheiterhaufen.

Paracelsus musste zu Beginn seiner medizinischen Tätigkeit also nicht nur auf die Gesundheit seiner Patientinnen und Patienten achten, sondern immer auch die Grenze des von den Kirchenfürsten gerade noch geduldeten im Auge behalten.

Die Medizinerin Eva-Isabel Schmid, sie ist als Hausärztin in der Nähe von Zürich tätig, schrieb nun einen Roman über das Leben des Theophrastus Bombast von Hohenheim, genannt Paracelsus (1493-1541). Als Motivation dazu mag man wohl durchaus ihre Profession annehmen. Es sollte, so nehme ich an ein historischer Abenteuerroman werden, der nicht nur Paracelsus‘ Leben, sondern auch die sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse zwischen Mittelalter und Renaissance beschreibt.

Ein Vorhaben, das nicht gelungen ist. Denn Paracelsus‘ Lebenslauf versteckt sich zwischen allzu vielen reisserischen Geschichten, mit denen den Leserinnen und Lesern die allgemeinen Lebensumstände und die Verhältnisse der Zeit vermittelt werden sollten, die aber meistens nur sehr banal und klischeehaft über ein „dunkles“ Mittelalter berichten. Erhellendes über Paracelsus, seine Errungenschaften und seine Zeit ist hingegen kaum zu finden, womit es nach meiner Einschätzung kein „historischer Roman“ ist.

In recht einfacher Sprache verfasst, lässt sich der Roman recht schnell durchblättern.
Ein Buch aus der Kategorie „Viel weniger wäre viel mehr“.



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