Volker Kutscher: Durchmarsch
Eine Gereon-Rath-Story

verfasst am 07.01.2018 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Kutscher, Volker

Berlin im Sommer 1933, ein halbes Jahr nachdem Hitler als neuer Reichkanzler die Parade der mit Fackeln in der Hand marschierenden SA-Leute unter seinem Balkon in der Reichskanzlei abgenommen hatte (diese gespentischen Filmaufnahmen kennen wohl die meisten). Als Gereon Rath abends auf dem Heimweg beim Brandenburger Tor vorbei kommt, gerät er mitten in Filmaufnahmen: die Szenerie mit den Fackelzügen wird dort nachgedreht

(Das ist tatsächlich so geschehen, auf Anordnung des Propaganda-Ministers Goebbels, weil die Originalaufnahmen nicht bombastisch genug wirkten)

Als das Spektakel zu Ende ist und die SA-Leute schon abmarschieren, fällt einer von ihnen unweit von Raths Standplatz um; tot.

An der Hitze des Abends lag es nicht, denn in der Gerichtsmedizin stellt sich heraus, dass jemand beim Exitus des Scharführers Sax nachgeholfen hatte. Weil aber alles, was die SA betrifft auch auf die Naziregierung abfärben könnte, wird die Ermittlung, die Rath aufnimmt, umgehend zur politischen Angelegenheit – soll heissen: Rath erhält den Befehl sich aus der Sache heraus zu halten.

Aber nicht so Rath: der hat schnell den Verursacher des Ablebens des SA-Mannes ermittelt.

Eine kleine – 26 Seiten – aber sehr feine Geschichte, die uns einerseits die Pausen zwischen den Erscheinungsterminen der Romane verkürzt und andererseits auch – ganz wie bei den Romanen – einen Einblick in die Athmosphäre und die Umstände der Zeit gibt. 

(Diese Kurzgeschichte war im Jahr 2016 nur kurzzeitig als Ebook erhältlich und ist leider nicht mehr zu kaufen)


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