Michael Bonifacio: Zeit

Zeit braucht man jedenfalls für das 530 Seiten umfassende Werk. Es gibt Bücher, bei denen ich im letzten Drittel schon bedaure, dass sie bald ein Ende haben werden. Und es gibt Bücher, wie “Zeit”, die zäh beginnen, mühsam weitergehen und mich am Ende eher ratlos hinterlassen.

Schade um die schöne Idee : Für Jim Kontrast (toller Name!) sollen mit Hilfe von “Entgrenzter Kommunikation” Zeit und die chronologische Abfolge von Handlungen bedeutungslos sein.

Leider ist es jedoch so, dass das bisschen Handlung erst sehr spät und auch nur ein wenig Fahrt aufnimmt. Ich finde, dass “Weichzeichner” statt Kontrast der bessere Name gewesen wäre. Es trifft nämlich der lethargisch-uninspirierte Jim auf die hysterisch-anorektische Candice. Beziehungsweise trifft er sie auf hunderten Seiten nicht, weil die Gute bereits in einem Leben ohne Zeit ist. Streckenweise wünscht man sich, sie wäre einfach dort geblieben.

Der letzte Satz des Buches lautet: “Mein Tod war das Beste, das mir in meinem Leben passierte.”
Schön, dass wir hunderte Seiten begleiten durften wie das Nichts nichtet.
Ich vergebe trotzdem 2 Sterne – wegen der Idee, die leider verhunzt wurde und wegen der schönen Sprache, die sich elegant ums Nichtgeschehen windet.


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