Don Winslow: Pacific Paradise

verfasst am 24.03.2011 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Winslow, Don

Boone Daniels ist so etwas wie eine Legende unter den Surfern in San Diego. Einer, der noch zu alten Garde gehört. Doch Legende zu sein, das alleine schafft noch kein Geld ins Haus – und weil Boone zufällig auch ein ehemaliger Cop ist, holt er sich seine Dollars als Privatdetektiv.

Privatdetektiv zu sein, das war auch bisher schon nicht sein größter Traum, aber was solls, von irgendwas muss man leben. Seine beiden neuen Fälle drehen sich aber um genau das, was er nicht wirklich nicht möchte.

Fall 1, das ist der Tod von Kelly Kuhio. Kelly, das war eine wirkliche Legende und dann wird er von so ein paar dahergelaufenden Halbstarken einfach umgebracht. Boone wird engagiert, um im Auftrag des Anwalts des Hauptverdächtigen zu ermitteln. Das verschlechtert die Stimmung zwischen ihm und seinem Freunden ganz entscheidend, denn für den Mörder von Kelly zu arbeiten, das verzeiht ihm keiner seiner Surferkumpels. Und Corey Blasingame ist der Mörder, denn immerhin hat er ja gestanden und ist auch noch stolz darauf.

Den 2. Fall schanzt ihm sein Surferfreund Dan Nichols zu, der den dringenden Verdacht hat, dass ihn seine Frau Donna betrügt. Boone soll herausfinden, ob es da einen Liebhaber gibt und das gehört zu den Dingen, die er in seinem Job als Privatdetektiv schon überhaupt nicht möchte – im Privatleben von Freunden herumschnüffeln und dann auch noch der Überbringer schlechter Botschaften zu sein. Keine Arbeit, bei der man normalerweise viel Dankbarkeit ernten kann.

Doch was solls, sein Bankkonto erteilt Boone den Auftrag, die Fälle gefälligst zu übernehmen.

In um rund um San Diego gibt es ausser dem Pazifik und dem Surfen auch noch eine ganze Menge von weniger angenehmen Dingen: Grundstücksspekulanten, Drogenbosse, Weisse Rassisten, korrupte Beamte und noch eine ganze Liste von ähnlichen Typen. Kaum hat sich Boone in seine Fälle hinein gearbeitet, da eckt er auch schon mit so beinahe allem und jedem an. Freunde gehen ihm aus dem Weg, ein Toter kommt dazu, Boone steht unter Mordverdacht. Und das war erst der Anfang!

Boone klopft an den falschen Türen (oder an den richtigen, kommt auf den Standpunkt an) und dabei wird es auch für ihn richtig eng. Denn ein Toter mehr oder weniger, das ist den Leuten , mit denen er sich anlegt, nicht so wichtig. Denn es geht um viel Geld und Macht und da spielt ein Menschenleben keine Rolle und das Leben von Boone schon gar nicht.

Die Geschichte geht von Beginn an ab wie ein Surfboard in der Brandung. Lockere Sprüche, coole Typen, Ääktschn, Spannung und dauernd etwas Neues. Heraus kommt ein Buch zB. für den Urlaub am Strand (muss ja nicht San Diego sein, geht auch an der Adria, der Copa Kagrana oder irgendwo), flott geschrieben. Unterhaltsam und spannend vom Anfang bis zum Ende und macht so richtig Spaß beim Lesen!

(Nur findet man San Diego danach wahrscheinlich nicht mehr so verheissungsvoll und sucht sich eher eine andere Gegend zum Surfen wo es sich etwas ruhiger lebt.)



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