Buchbesprechung/Rezension:

Agatha Christie: 16 Uhr 50 ab Paddington
Ein Fall für Miss Marple (7)

16 Uhr 50 ab Paddington
verfasst am 03.02.2023 | einen Kommentar hinterlassen

Autorin/Autor: Christie, Agatha
Genre: Kriminalromane
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Was für ein passender Zufall, dass Mrs. Elspeth McGilliCiddy gerade auf der Fahrt nach St. Mary Mead ist, um ein paar Tage bei ihrer Freundin Miss Marple zu verbringen.

Denn bei der findet sie ein offenes Ohr, als sie von dem grauenhaften Ereignis berichtet, das sie aus ihrem Zugabteil mitansehen musste. Obwohl sie den Vorfall sogleich gemeldet hatte, schien sich niemand um ihren Bericht zu kümmern: dabei hatte Mrs. McGillicuddy einen Mord an einer Frau mitansehen müssen, der sich in einem parallel fahrenden Zug ereignete. Miss Marple begleitet die Freundin zur Polizei, wo die beiden Damen Sergeant Cornish von dem Mord erzählen. Der Sergeant verspricht, sich der Sache anzunehmen, weil er Miss Marple nicht nur bestens kennt, sondern auch ihr kriminalistischen Gespür schätzt. Doch trotz umfangreicher Nachforschungen finden sich keine Hinweise: keine Frauenleiche wurde gefunden, niemand wurde mit zur Beschreibung passenden Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert und niemand sonst hat etwas beobachtet.

Miss Marple jedoch, man konnte es sich denken, lässt nicht locker. Nach einigen Nachforschungen und Schlussfolgerungen glaubt sie, die einzige Möglichkeit gefunden zu haben, wie sich das Verbrechen abgespielt haben könnte. Dafür, so jung ist sie nun einmal nicht mehr, benötigt sie die Hilfe einer jüngeren Person, die sie in der von ihr sehr geschätzte Lucy Eyelessbarrow findet. Diese Lucy wird sich nun, undercover gewissermaßen, in einem Herrenhaus anstellen lassen – eben jenem, in dem Miss Marple die Ausgangs- und Endpunkt des Mordes vermutet.

So lernt Lucy das Crackenthorpe-Anwesen kennen, dessen kränklichen und stets missgelaunten Besitzer, einen älteren Herrn, der verbissen darauf achtet, dass überall gespart wird und Emma, seine Tochter, die sich um den Vater kümmert. Drei Söhne sind noch am Leben – der vierte und älteste fiel im Weltkrieg -, doch die leben und London und auf Ibiza. Lucy ist ab sofort Augen und Ohren von Miss Marple, steht dieser aber – das ist schon bald klar – in Beobachtungs- und Kombinationsgabe kaum nach; die beiden Damen bilden rasch ein kongeniales Duo.

Den offiziellen Teil der Ermittlungen führt Inspector Dermot Craddock von New Scotland Yard, ein alter Bekannter von Miss Marple. Craddock nimmt sehr gerne die Hilfe der beiden Frauen in Anspruch.

Zunächst ist es nur ein einzelner Mordfall, aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Aus der zügigen, aber nicht übermäßig hektischen Ermittlungsarbeit wird ein Wettlauf mit der Zeit, will man weitere Opfer verhindern. Dabei beschleunigt Agatha Christie, man nimmt es wahr und lässt sich allzu gerne mitziehen, Seite für Seite das Tempo und damit steuert der typisch gemächliche Landhauskrimi am Ende einem rasanten Finale zu.

Natürlich ist es am Ende der Schlauheit und dem Einfallsreichtum von Miss Marple zu verdanken, dass der Mörder – bzw. vielleicht doch die Mörderin – überführt wird. Eine List hilft dabei.




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