Buchbesprechung/Rezension:

Tove Alsterdal: Erdschwarz
Die Eira-Sjödin-Trilogie Band 2

Erdschwarz
verfasst am 05.12.2022 | einen Kommentar hinterlassen

AutorIn & Genre: Alsterdal, Tove, Kriminalromane
Buchbesprechung verfasst von :
LiteraturBlog Bewertung:

Schweden, nördlich des Polarkreises: Gäbe es nicht die Eisenerzvorkommen, dann gäb es hier nichts außer Wildnis. Keinen Ort mit dem Namen Malmberget, keine Menschen … und keine Verbrechen.

Malmberget ist eine Ortschaft auf Abruf, denn wenn sich der Tagbau den Häusern nähert, dann werden diese abgerissen oder umgesiedelt. Durch Zufall wird ein Mann gefunden, der in einem Keller eingesperrt war. Nach 15 Tagen im Dunklen ist er traumatisiert, aber immerhin am Leben …

Einige Jahre später, weiter im Süden, findet eine Fotografin in einem leerstehenden Haus einen Toten. Der Mann hieß Hans Runne, ist verhungert, zwei Finger wurde ihm zuvor abgeschnitten und er war ebenso in einem Keller gesperrt, hatte keine Möglichkeit zu entkommen. Nur, dass ihn niemand rechtzeitig gefunden hat.

Eira Sjödin, Polizeimeisterin im Streifendienst, wird erneut dem Ermittlungsteam zugeordnet, nachdem sie schon beim letzten gemeinsamen Fall mit deren Leiter bestens zusammengearbeitet hatte und der ihr kriminalistisches Gespür zu schätzen wusste.

Was aber haben die beiden Fälle miteinander zu tun? Es gibt wenige Gemeinsamkeiten und mehr Unterschiede, doch Eira möchte sich dennoch persönlich ein Bild von den Ereignissen machen, die sich in Malmberget zutrugen. Das Opfer ist ihr bei der Befragung keine Hilfe, der Mann möchte einfach nur die Zeit vergessen, als er in einem Keller, ohne Hoffnung auf Rettung eingeschlossen war.

„Sturmrot“, den ersten Teil dieser Krimireihe fand ich wirklich gut: spannend, kurzweilig, tolle Story. Teil zwei aber wirkt auf mich genau gegenteilig: behäbig, verwinkelt, unübersichtlich und ich muss mich durch das erste Drittel richtiggehend durchkämpfen.

Das besserte sich erst, als Chefermittler Georg Georgsson – GG, wie er genannt wird – verschwindet. Jetzt ist schon etwas mehr als die Hälfte des Buches gelesen und langsam bekommt die Handlung etwas Struktur und Tempo. Immerhin ist es Eiras Vorgesetzter, der schon einige Tage lang nicht erreichbar ist, weshalb die Anstrengungen nicht verstärkt werden. Denn bald weist vieles darauf hin, dass GGs Verschwinden direkt mit den beiden anderen Fällen zusammenhängt.

Hätte ich nicht den ersten Teil gelesen, hätte ich dieses Buch vielleicht schon zur Hälfte beiseite gelegt. Zwar wird es zum Ende hin spannender und zusammenhängender, insgesamt bleibt dieser Krimi aber leider recht weit hinter meinen Erwartungen zurück. Dennoch: Band drei der Eira-Sjödin-Trilogie werde ich lesen in der Hoffnung auf ein tolles Finale :-)




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