Buchbesprechung/Rezension:

Achdé & Jul: Lucky Luke - Rantanplans Arche
Lucky Luke Band 101

verfasst am 08.11.2022 | einen Kommentar hinterlassen

AutorIn & Genre: Achdé & Jul, Comic & Graphic Novels
Buchbesprechung verfasst von :
LiteraturBlog Bewertung:

Hat es Veganer und Tierschützer auch schon im Wilden Westen gegeben? Sicher nur wenige und die haben sich im Land der Cowboys wohl nicht viele Freunde gemacht. Das erfährt Ovide Byrde am eigenen Leib, als man ihn auf den nächsten Baum aufknüpfen will. Ein Glück, dass Lucky Luke sich gleich nebenan ein Steak genehmigen will und den armen Mann vor dem Galgen rettet.

Ovide Byrde betreibt eine Tierfarm für alte, abgegebene und ausgemusterte Tiere in der Nähe des Ortes mit dem bezeichnenden Namen Cattle Gulch. Neben vielen kranken und verletzten Tieren aller Rassen logiert dort auch, sehr zu Lucky Lukes Freude und Überraschung, Rantanplan, seinen vierbeinigen Freund in einigen früheren Abenteuern (der schon lange nicht mehr mit Luke und Jolly Jumpers unterwegs war).

Rantanplan findet ein Goldnugget – und dort wo das eine herkommt, liegen noch viel mehr herum, was dem Tierschützer gerade recht kommt, um damit sein Tierasyl weiter auszubauen. Doch neben den Daltons – die sitzen wieder einmal im Gefängnis – gibt es viele andere, wenig gesetzestreue Gesellen. Als denen die Geschichte vom Goldfund zu Ohren kommt, wird der kleine Ort zum Ziel aller möglichen sinistrer Gesellen, allen voran der Obergangster Tacos Cornseed; erstaunlich, wie viele Bösewichte es gibt, die nur Gemüse essen. Sie alle bekommen einen Job bei Ovide Byrde, immerhin hat der ja Geld genug, alle zu bezahlen und beginnen gleich, den ganzen Ort zu tyrannisieren.

Als die Veganer das Ruder in Cattle Gluch an sich reißen, ist Schluss mit lustig. Wie man es auch heutzutage oft sieht (nicht nur bei den Essensgewohnheiten), setzen sich die Hardliner durch und aus den Steak-Essern werden Gemüse-Esser; niemand traut sich noch das Wort „Steak“ auch nur laut aussprechen. So sehr Lucky Luke ein Herz für Tiere hat – das geht dann doch zu weit. Denn wenn früher Ovide Byrde für seine Tierliebe beinahe gelyncht wurde, so droht nun den „unbelehrbaren“ Fleischkonsumenten das gleiche Schicksal.

Lucky Lukes Abenteuer befassen sich zunehmend mit aktuellen Themen wie Rassismus (Band 99) und diesmal eben dem Umgang mit Tieren und der unsympathischen Neigung der Menschen, anderen ihre persönlichen Vorlieben aufzwingen zu wollen. Erwähnung findet dabei auch Henry Bergh, quasi der Urvater aller Tierschützer in Amerika und im Jahr 1866 Gründer des ersten Tierschutzbundes, der Pate stand für dieses Abenteuer.

Es wurde eine ganz nette, wenn auch ziemlich konfuse Geschichte. Wirklich kein Highlight der Serie, sondern vielmehr ein Stückwerk mit wenig Zusammenhang und erfolglos beim Versuch, die angesprochenen Themen (Umwelt, Tierschutz, etc.) publikumswirksam zu vermitteln.

Als PS etwas Positives: Über eine ganz großartige Szene in einem Indianerdorf lässt sich herzlich lachen; wenn sich nämlich herausstellt, dass die Bewohner sehr findig darin sind, den Touristen das erwartete Bild von indianischer Folklore zu bieten.




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