Buchbesprechung/Rezension:

Jan Beck: Die Spur - Er wird dich finden
Björk und Brand Reihe Band 3

verfasst am 01.07.2022 | einen Kommentar hinterlassen

AutorIn & Genre: Beck, Jan, Thriller
Buchbesprechung verfasst von :
LiteraturBlog Bewertung:

Über den Autor:
Jan Beck ist das Pseudonym eines 1975 geborenen, erfolgreichen deutschsprachigen Autors. Vor seiner Karriere als Schriftsteller war er als Journalist tätig. Aus den Erfahrungen in diesem Beruf holt er sich Inspirationen für seine Romane.
„Die Spur“ ist sein dritter Roman aus der Björk und Brand-Reihe. Nähere Infos dazu finden sich auch auf seiner Homepage: https://www.beckthrills.com

Über den Inhalt:
Der Thriller beginnt am Kapitelplatz in Salzburg. Eine Touristenfamilie macht mit ihrem kleinen Sohn bei strömendem Regen einen Spaziergang.

„Die wenigsten Touristen wussten, dass dieser Regen einen eigenen Namen besaß. Salzburger Schnürlregen. Endlose, feine Schnüre aus Wasser, die mehr feucht als nass zu Boden fielen, unterstrichen die Melancholie, die abseits der Festspiele und des Tourismus oft in der Mozartstadt zu spüren war.“

Die riesige goldene Kugel der Sphaera von Bildhauer Stephan Balkenhol hat es dem Jungen besonders angetan. Die Eltern fotografieren ihn verzückt. Direkt daneben befindet sich ein verwittertes Freiluftschachspiel. Ein einsamer Straßenkünstler, der die Spielfigur des Königs mimt, trotzt dem Regen. Er schimmert von Kopf bis Fuß golden. Der Junge macht seinen ersten Zug auf dem Schachbrett und erwartet vom Straßenkünstler, dass er den nächsten macht. Als der nicht kommt, wird der kleine Junge ungeduldig und fängt an, ihn anzustupsen und an ihm zu zerren. Der Schachkönig stürzt vom Sockel und begräbt das Kind unter sich. Die erste Leiche des Thrillers ist entdeckt. Das Kind erleidet eine schwere Gehirnerschütterung und einen Schock.

Weiter geht es in Paris, wo der nächster Mord passiert und danach zum dritten nach Lissabon.

Drei Morde in drei Städten. Jedes Opfer wurde in der Art einer Skulptur öffentlich in Szene gesetzt und mit einer großen Liebe zum Detail, aufwendig und kunstvoll anmutend präpariert.

Der Tote in Salzburg ruft das Ermittlerpaar Inga Björk und Christian Brand auf den Plan. Beide arbeiten in Den Haag bei Europol. Björk ist Schwedin und besitzt eine Super-Recognizer-Fähigkeit. Brand stammt aus Österreich, wuchs am Hallstättersee nicht weit von Salzburg auf. Davor war Brand Einsatzbeamter bei der Cobra. Er liebt Holland und findet es viel angenehmer, dort zu leben als in Österreich. Die Aufgeschlossenheit der Einwohner beflügelt seine Kreativität. Die Arbeit bei Europol hat ihn in letzter Zeit kaum gefordert. Er und Brand arbeiten seit einiger Zeit jeder für sich kleinere Fälle ab.

Deshalb widmet sich Brand verstärkt seiner Kunst. Ein lokaler Kunstliebhaber ermöglicht ihm die Ausstellung seiner Werke. Brand möchte sein Vertrauen nicht enttäuschen und nutzt jede freie Minute, um an seinen Bildern zu arbeiten. Dabei vergisst er oft zu essen und zweifelt viel an sich selbst.

Als der Mord des Straßenkünstlers aus Österreich bei Europol gemeldet wird, soll das Ermittlerteam Björk und Brand übernehmen.

„Aber was haben wir damit zu tun?“ stellte er die nächste Frage. Ein Mord in Österreich ging Europol nichts an. Es sei denn …
„Er war nicht der erste“, vervollständigte Björk seinen Gedanken. „Sieht so aus, als hätten wir eine neue Serie.“

Mein Fazit:
„Die Spur“ war der erste Roman von Jan Beck, den ich gelesen habe. Es störte gar nicht, die Serie mit Band 3 zu beginnen, da einen der Autor wirklich gut abholt. Meine„Lesemuffel-Phase“ hält immer noch an, so habe ich das Buch mit einer gewissen Unlust zu lesen begonnen. Der Roman zog mich aber so sehr in seinen Bann, dass ich am ersten Tag die Hälfte las und am zweiten gleich den Rest.

Ich mochte alles an der Geschichte: den Inhalt, die tolle Struktur der Kapitel mit Personen- und Ortsangabe, die klare und unaufgeregte Sprache. Die Beschreibungen waren treffend, aber nie übertrieben und ermüdend. Die unterschiedlichen Charaktere wurden anschaulich dargestellt und agierten logisch.

Mich hat absolut nichts gestört und ich fühlte mich an die älteren Tatorte erinnert, bei denen man noch so richtig gut unterhalten wurde.

Jan Beck benötigt für seinen Roman weder extreme Brutalität noch einen durchgeknallten Inhalt. Er widmet sich ganz den Dingen, die ich bei einem Krimi liebe, nämlich der Ermittlungsarbeit und dem Lösen eines Rätsels. Trotz allem geht es ordentlich zur Sache und ich hatte einige Gruselmomente. Die Handlungen nehmen unvorhersehbare Wendungen. Das macht das Lesen wirklich sehr spannend und aufregend.

Der Roman erzählt mehrere parallele Lebensgeschichten, die immer mal wieder einfließen und am Ende des Buches ein großes Ganzes ergeben. Man hat aber nie das Gefühl, dass man aus den aktuellen Geschehnissen gerissen wird, wenn die Szene wechselt, wie es mir in anderen Romanen schon öfter begegnet ist.

Wie auch immer Jan Beck das geschafft hat, meinen Geschmack so sehr zu treffen, vermag ich schwer zu erklären. Sind es sein Stil, seine Sprache, der Handlungsaufbau? Ich kann für diesen Thriller nur 5 Sterne vergeben, da es nichts zu kritisieren gibt, sondern nur zu genießen.

Die ersten beiden Teile werde ich mit Sicherheit auch noch lesen und ich hoffe, dass noch weitere Romane folgen.

Ein durch und durch spannender, klar auf den Punkt gebrachter, sympathischer und für alle Krimi-Liebhaber empfehlenswerter Thriller!




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