Buchbesprechung/Rezension:

Maurice Leblanc: Arsène Lupin und der Schatz der Könige von Frankreich


verfasst am 30.01.2022 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Leblanc, Maurice
LiteraturBlog Bewertung:

Ein gewiefter Student mischt sich ein, als im Schloss des Grafen de Gesvres ein Verbrechen geschieht: Der Sekretär des Grafen wird ermordet und die Tochter des Hauses beobachtet, wie eine Gestalt einen Gegenstand aus dem Haus trägt. Doch wie seltsam: ein Einbruch, aber es fehlt nichts?

Bei der Tat wird einer der Einbrecher angeschossen, er schleppt sich in den Garten und versteckt sich. Kein Problem, den Verletzten zu finden, möchte man meinen. Doch obwohl überall Helfer und Polizisten postiert sind, findet sich keine Spur.

Die findet erst Isidore Beautrelet, eben jener Student, der sich zunächst in die Ermittlung einschleicht, indem er vorgibt, ein Journalist zu sein. Der junge Mann kann ganz ausgezeichnet kombinieren und löst im Handumdrehen das eine oder andere Rätsel. Oberinspektor Ganimard und der Untersuchungsrichter Filleul sind bald überzeugt, das sie den Theorien Beautrelets vertrauen können, nachdem der lange vor der Polizei gleich einmal einen Mord aufgeklärt hat. Die nächste Erkenntnis Beautrelets lässt bei den beiden Männern den Puls hochschnellen: bei dem verwundeten Einbrecher soll es sich um niemand geringeren als den Meisterdieb Arsène Lupin handeln; der versteckt sich in einer alten Abtei und sicher liegt er dort schon im Sterben.

Kann es so einfach sein?
Ein Student überführt Lupin?

Die Verbrechen jedenfalls enden nicht. Menschen werden entführt, man findet Zettel mit Drohungen gegen die Familie des Grafen und die Beteiligten an der Untersuchung. Man ist sich rasch sicher, dass die ehemaligen Komplizen Lupins hier ihr Unwesen treiben und sich für den Tod ihres Anführers rächen werden. In seiner Not engagiert der Graf auch noch den berühmten Detektiv (und Gegenspieler Lupins) Herlock Sholmès – man möge den Namen bitte französisch aussprechen, um Verwechslungen zu vermeiden.

Was bis dahin geschah, war aber höchster der Prolog für das wirkliche Geschehen. Denn nun macht sich Beautrelet auf, ein jahrtausendealtes Rätsel zu lösen, das seinen Ursprung in der Zeit des Julius Cäsar hat und bis hin zu Ludwig XVI und  Marie Antoinette führt. Beinahe meint man, einen frühen Dan Brown-Roman zu lesen.

Schnörkellos, dafür mit Hilfe einiger überraschender Geistesblitze Beautrelets kommt man dem Geheimnis näher. Maurice Leblanc hält nicht allzu viel davon, seine Leserinnen und Leser an der Spurensuche zu beteiligen, er lässt lieber seine Protagonisten beispielsweise einen Brief schreiben, am liebsten an eine Zeitungsredaktion, in dem alles geklärt wird, was bis zu diesem Zeitpunkt geschah; das ist der Stil der Arsène Lupin-Romane.

Unterhaltsam sind diese Romane auch deshalb, weil es so überaus amüsant ist zu lesen, wie damals (am Beginn des 20. Jahrhunderts) Nachrichtenverteilung funktionierte, wie Neuigkeiten unters Volk gebracht wurden und wie man mit recht einfachen Mitteln sein Publikum fesseln konnte.




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