Buchbesprechung/Rezension:

Maurice Leblanc: Arsène Lupin - Die Dame mit den grünen Augen


verfasst am 17.04.2021 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Leblanc, Maurice
LiteraturBlog Bewertung:

Der elegante Herr, den wir unter dem Namen Baron Raoul de Limézy kennenlernen, entdeckt auf seinen Spaziergang eine junge, wunderschöne Dame mit blauen Augen, der ein Mann in geringer Entfernung folgt. Raoul, interessiert an dem, was das vor sich geht, heftet sich seinerseits an die Fersen des Mannes.

Man gelang zu einer Konditorei, die die Dame mit den blauen Augen betritt und sich ein sehr ausgiebiges Frühstück bestellt. Raoul folgt ihr ins Lokal, während der Unbekannte draußen wartet. In der Konditorei bemerkt Raoul sogleich auch eine weitere faszinierende Frau, deren grüne Augen ihn umgehend in ihren Bann ziehen.

Schwierig wird die Entscheidung, wem er nun weiter folgen sollte: den grünen oder den blauen Augen? Diese Entscheidung wird ihm durch die Ereignisse abgenommen: Die Frau mit den grünen Augen gerät in eine heftige Diskussion mit dem Ungekannten vor dem Lokal, aus der sie ihr Vater errettet; Vater und Tochter nehmen ein Taxi und sind damit außerhalb Raouls Reichweite.

So ist es klar: Raoul de Limézy folgt der Dame mit den blauen Augen; man gelangt zum Bahnhof, wo die Dame und folglich auch Raoul den Zug nach Monte Carlo besteigen.

Im Verlauf der folgenden Ereignisse finden drei Menschen im Zug den Tod: alle drei ermordet von drei maskierten Räubern. Der Unbekannte vor dem Lokal betritt nun wieder sie Szenerie, anscheinend hatte er die Spur der blauäugigen Dame nie verloren. Er stellt sich vor als Rudolphe Marescal, Kommissar im internationalen Fahndungsdienst.

So viel kann man verraten: um die Frau mit den grünen Augen hat sich eine ganze Menge an verliebten und zugleich verschmähten Männern versammelt, die zudem alle auf der Jagd nach einer mysteriösen Erbschaft sind. Es ist also höchste Zeit, dass ein edler Ritter naht.

Einen rundum plausiblen Kriminalfall darf man sich nicht erwarten, geht es doch vielmehr darum, einen genialen Detektiv (auch wenn der hier in Wahrheit ein genialer Dieb ist) zu präsentieren. Darin sind Arsène Lupin-Romane denen mit Sherlock Holmes sehr ähnlich.

Ausführliche Charakterisierung der handelnden Personen sind ebenfalls nicht vorgesehen. Der geniale Held, die rätselhafte junge Frau, der verschmähte Liebhaber, der sinistre Schurke. Ganz einfach, keine Schnörkel. Überhaupt ist der ganze Roman sehr schnörkellos, fast im Stile einer Reportage geschrieben.

Es ist dann gerade dieser sparsame Stil, der für die Spannung sorgt. Von der gibt es, obwohl doch alles schon so klar auf der Hand zu liegen scheint, noch eine große Portion – Ein Hinweis: Es endet erst mit dem letzten Absatz!




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