Buchbesprechung/Rezension:

Maurice Leblanc: Arsène Lupin - Der blaue Diamant


verfasst am 09.05.2022 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Leblanc, Maurice
LiteraturBlog Bewertung:

Das gestohlene Lotterielos, der Mord an Baron d’Hautrec, die seltsamen Vorgänge rund um den blauen Diamanten, die geheimnisvolle blonde Frau, die an allen Orten des Geschehens mit unterschiedlichen Identitäten auftaucht.

Inspektor Ganimard von der Pariser Polizei ist überzeugt, dass hinter alledem niemand anders als Arsène Lupin steckt. Zunächst halten seine Kollegen und Vorgesetzten das für Besessenheit, doch dann ist es Lupin selbst, der seine Beteiligung bestätigt – zumindest teilweise.

Doch als außenstehender Beobachter zieht man nun skeptisch eine Augenbraue in die Höhe: Der Gentleman-Dieb Lupin soll auch ein ganz gewöhnlicher Mörder sein?

Da es der Polizei nicht gelingen will, den Dieb dingfest zu machen, engagiert eine Gruppe von Lupins Opfern den  einzigen Mann, der es mit Lupin aufnehmen kann: den Londoner Meisterdetektiv Herlock Sholmes. Der trifft schon bald, seinen Kollegen Wilson im Schlepptau, in Paris ein und verkündet, dass er den Fall in 10 Tagen lösen wird; dann muss er für andere Ermittlungen wieder nach London zurückkehren.

Das folgende Duell zwischen den Meistern beidseits des Gesetzes verspricht Raffinesse und überraschende Wendungen und einen ungewissen Ausgang. Denn das Glück scheint immer wieder von einem zum anderen zu wechseln.

Wer also wird als Sieger hervorgehen? Der bessere Dieb oder der bessere Detektiv?

In der Ausgabe des Belle Epoque-Verlages wird aus „Herlock Sholmes“, wie im Original, kurzerhand Sherlock Holmes. Maurice Leblanc hatte den Detektiv aus rechtlichen Gründen umbenannt. Da zwischenzeitlich diese Rechte ausgelaufen sind, wurde für diesen Roman, wohl aus Gründen der optimierten Vermarktung, wieder Holmes. Seinem Freund Wilson, bei Conan Doyle niemand anders als Dr. Watson, blieb aber diese völlig überflüssige Umbenennung erspart. Für diese mutwillige Abänderung gebührt dem Verlag ein ausgiebiger Tadel, ebenso wie dem schlampigen Lektorat.

Bei meiner Bewertung des Romanes halte mich aber ausschließlich an den Roman selbst – Der Autor konnte sich ja nicht mehr gegen die „Überarbeitungen“ wehren. Dieser zweite Roman mit Arsène Lupin aus dem Jahr 1908 ist kurzweilig, amüsant und voller Überraschungen. In Stil und Inhalt zugleich zeitlos wie auch mit vielen Details, die einen Blick auf das Gesellschaftsleben zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlauben.




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