Buchbesprechung/Rezension:

Ernst Kaufmann: Anderswo Weit


verfasst am 07.11.2021 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kaufmann, Ernst, Kurzgeschichten
LiteraturBlog Bewertung:

Geschichten vom Reisen, von fernen Orten, von überraschenden Erlebnissen und unerwarteten Begegnungen. Ernst Kaufmann erinnert sich an das, was er unterwegs auf unserem Planeten, erlebte und erfuhr und lernte.

Unter dem Pseudonym „Ernest Nybørg“ schreibt Kaufmann Thriller – dass diese Kurzgeschichtensammlung unter seinem richtigen Namen erscheint, macht Sinn, denn sie hat mit den Lena- Halberg-Romanen nur sehr wenig gemeinsam; abgesehen vielleicht von der leichten Spannung, der Erwartung des Unerwarteten, die auch in diesen Reise-Kurzgeschichten immer mitschwingt.

Die kurzen Geschichten sind zwar Reiseberichte, allerdings nicht in der Art, wie man sie von durchgestylten „Influencern“ auf Hochglanz präsentiert bekommt und die Reisen führen auch nicht an Orte, die man in Tourismus-Katalogen finden wird. Die Reise führt nach Nord- udn Mittelamerika, nach Asien und Afrika

Auf der Suche nach den besonderen Orten und Menschen berichtet Ernst Kaufmann von Erlebnissen quer über den Globus.

Wie ein Missionar im Amazonas-Urwald mit den Mitteln der neuen Zeit seine Schäfchen an sich bindet. Wie zwei einsame Seelen unter der Sonne Griechenlands ganz zwanglos zueinander finden. Wie die Erfahrungen in einer längst verfallene Goldgräbersiedlung noch immer in den Köpfen mancher Überlebenden gegenwärtig ist. Die Begegnungen mit Mitgliedern der First-Nations in Amerika. Die unerwarteten und zugleich bereichernden Begegnungen, die man in der Einsamkeit erleben kann. Wie man als Fremder die Lebensweise der Einheimischen nach eigene Maßstäben bewertet und damit völlig falsch liegen kann.

Allesamt leise Erzählungen, die von einem berichten, der die Welt in ihren unbekannten Winkeln kennenlernen möchte.

Die einzelnen Geschichten, es sind insgesamt 16, nennen zwar nicht das Jahr, in dem sich das Beschriebene ereignete. Man kann aus dem Zusammenhang jedoch schließen, dass ein guter Teil in den 1990er-Jahren geschah, vielleicht früher. Jedenfalls zu einer noch smartphone-losen Zeit, als Navigationsgeräte und durchgehende Internetverbindung nicht zu den Selbstverständlichkeiten zählten und vor allem, als es viel mehr Plätze auf unserem Planeten gab, die nicht von Menschenmassen überlaufen waren.

Deshalb wird man vieles von dem, was man hier liest, im Jahr 2021 so nicht mehr erleben können. Schön, wenn man dann aber selbst Erinnerungen daran hat.




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