Edgar Allen Poe: Unheimliche Geschichten

verfasst am 12.11.2020 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kurzgeschichten, Poe, Edgar Allen

Ein Lesebuch mit amüsanten, spannenden, verschlungenen, mysteriösen und allesamt kurzweiligen Geschichten; und eine gute Einstiegs-Gelegenheit für alle, die davor noch nichts von Edgar Allen Poe gelesen haben (so wie ich).

Die 13 Kurzgeschichten entführen die Leserinnen und Leser in jeweils ganz unterschiedliche Welten. Es sind Geschichten, die man wahlweise (auch zugleich) mehreren Genres zuordnen kann, von Fantasy bis Krimi, von Thriller bis Horror.

In „Der entwendete Brief“ kombiniert C. August Dupin ganz im Stile des Sherlock Holmes; die Ähnlichkeit der Geschichte geht sogar bis zum einem Erzähler, wie es bei Holmes der Dr. Watson ist. Wer glaubt, dass alte Schatzkarten nur in Schauergeschichten vorkommen, der wird eine solche in „Der Gold-Skarabäus“ finden – und feststellen, dass so eine Karte doch auch zum Ziel führen kann, aber nur, wenn man sie auch richtig liest. Eine neue Variante der Erstüberquerung des Atlantiks in der Luft ist in „Ente einer Ballonfahrt“ zu erfahren.

Lange vor Jules Verne berichtet bereits Edgar Allen Poe von einer ganz und gar unglaublichen Reise zum Mond in „Das beispiellose Abenteuer eines gewissen Hans Pfall“. Amüsant ist darin u.a. zu lesen, wie man sich in der Vor-Raumfahrt-Ära den Anblick der Erde von oben vorstellte.

Edgar Allen Poes Faible für den Mesmerismus (der, wie ich annehme, zu Lebzeiten des Autors eine breite Anhängerschaft hatte) liest man in „Die Fakten im Fall M. Valdemar“ und „Mesmerische Offenbarung“ – über den Wunsch, den Übergang vom Leben zum Tod zu verstehen; heute würde man diesen Mr. Valdemar wohl als Zombie bezeichnen.

Nicht jede Geschichte ist gleich interessant, manches ist nicht nur seltsam im Inhalt, sondern auch seltsam zu lesen. Vieles aber wirkt auch im Jahr 2020 zeitgemäß, würde wohl auch heute noch mit Leichtigkeit einen Verlag finden.

Edgar Allen Poe ist auf jeden Fall ein Autor, den man gelesen haben sollte; es muss ja nicht gleich sein ganzes Werk sein. Deshalb sollte man sich auch nicht davon abhalten lassen, mehr von Poe zu lesen, auch wenn man immer wieder auf Erzählungen stößt, die nicht so gut gelungen sind bzw. gefallen.



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