Joe Fischler: Der Tote im Schnitzelparadies
Ein Fall für Arno Bussi

verfasst am 30.07.2020 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Fischler, Joe, Kriminalromane

Es beginnt mit einem geographischen Bauchfleck. Denn dass Arno Bussi (ja, so heisst der Mann) von seiner Wohnung am Alsergrund aus hinter dem Stephansdom den Wienerwald sehen kann, das ist ganz und gar unmöglich – der liegt nämlich genau in der entgegengesetzten Richtung (also einer der beiden; oder die Wohnung liegt nicht am Alsergrund). Ist das ein böses Omen für den Rest des Krimis?

Bussi wird noch an diesem Tag von seinem Job im Bundeskriminalamt in den hintersten Winkel in Tirol versetzt. Hinausbefördert, weil er sich mit der Frau des Innenministers ein intimes Tete-a-Tete geliefert hatte, das aufflog. Nun düst Bussi auf seiner Vespa den ganzen Weg von Wien nach diesem Nirgendwo namens Hinterkitzlingen in einem einschichtigen Tal Tirols; Sonderermittler darf er sich nennen, aber in Wahrheit ist er hierher nur verbannt, weil es bei der Polizei keine richtige Strafkolonie gibt.

Ein Nirgendwo, das sich schon am Tag nach seiner Ankunft als Schauplatz eines grausigen Verbrechens entpuppt; ein Kopf liegt im Tiefkühlfach der Schnitzelwirtin. Der Kopf gehörte dem Bürgermeister des Nachbardorfes (Vorderkitzlingen) und Bussi ist der Sonderermittler, der den zunächst nur als verschwunden gemeldeten Bürgermeister suchen sollte. Wenigstens diesen Teil des Auftrages hat er schnell erledigt, denn ein Stück des Mannes hat Bussi bereits am ersten Arbeitstag gefunden.

Die ersten 100 Seiten sind gelesen und ich musste bereits sehr viele Nebensächlichkeiten überspringen und mich an die wohl lustig gemeinte Sprache gewöhnen. Im Klappentext steht, es wäre ein großer Spaß und hochspannend – auf beides warte ich noch …

Als dann der Eingang zum Tal während eines Unwetters verschüttet wird, ist Bussi ganz auf sich alleine gestellt, keine Hilfe ist in Sicht. Der Täter ist noch im Tal und das macht das Leben für Bussi und ein paar andere Bewohner recht gefährlich.

Es wird gegen Ende des Buches durchaus flotter und besser lesbar. Aber die Abschweifungen bleiben, wenn auch in geringerem Umfang und der Spaß ist jedenfalls für mich weiterhin nicht zu erkennen – der ganze Krimi wirkt ist eher der Versuch, spaßig zu wirken, ohne es zu werden; gleiches gilt auch für die angekündigte Hochspannung.

… und ja: es war ein böses Omen.



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