David Krems: Fast ein Wunder

verfasst am 01.10.2019 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Krems, David, Romane

„Fast ein Wunder“ ist ein Roman der sich, nahe an der Realität, mit dem Schicksal von Menschen beschäftigt, die als Flüchtlinge zu uns kommen, wie sie bei uns aufgenommen und behandelt, wie sie ausgenutzt werden.

Marathonlauf in Wien: eine Dreier-Spitze ist dem Feld weit voraus. Einer der  Läufer unterscheidet sich von den beiden Anderen – er läuft in keinem Dress, sondern nur mit irgendeiner Hose und einem weißen T-Shirt. Alle drei sind Schwarzafrikaner (was täte der Sport ohne diesen Athleten, nicht nur beim Marathon, auch bei vielen anderen Sportarten).

Der Mann läuft und läuft, doch plötzlich gibt er auf.

Der Journalist Fabian wird vom Chef  eines Boulevard Blattes auf den Marathonläufer  angesetzt, um mehr über ihn zu erfahren.

Der David Krems erzählt die Geschichte des glücklosen Reporters. Ebenso schreibt er über die Macht der Medien, über  Korruption und  illegale Machenschaften. Leider oft zu ausführlich, sodass dadurch unnötige Längen entstehen. Beispielsweise die seitenlange Schilderung über den Chef des Boulevard Blattes, über seine Befindlichkeiten während eines Kurzurlaubes, den Ärger mit seiner Freundin. Das wird langweilig und wirkt banal. Etwas weniger Seiten hätten für meine Begriffe mehr Spannung erzeugt.

Fabian ist ein Mensch, wie es viele gibt: er war ein viel versprechender, seriöser Journalist, er lebte für seinen Beruf. Seine Familie existierte für ihn nur am Rande. Durch sein hektisches Leben verließ ihn seine Familie. Er verlor dadurch den Boden unter den Füßen, wurde beinahe aus der Bahn geworfen. Freunde haben sich von ihm abgewandt.  Mit der Geschichte über den mysteriösen Läufer hofft er wieder auf die Beine zu kommen. Er stürzt sich in die Arbeit, es gelingt ihm sich durchzubeißen, üble Machenschaften, Korruption aufzuklären.

Er schafft es, durch starken Willen nicht wieder in sein Lotterleben zurückzufallen, wieder auf die Beine zu kommen. Eine große Hilfe ist ihm dabei Bumble, der Marathonläufer im weißen T-Shirt. Fabian und Bumble helfen einander gegenseitig, um wieder ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Sie werden Freunde.

David Krems liefert mit „Fast ein Wunder“ keinen literarisch übermäßig anspruchsvollen Roman ab.

Aber  inhaltlich greift er aktuelle Themen auf, wie man sie nahezu tagtäglich in den verschiedensten Medien lesen/sehen/hören kann. Und genau dafür zahlt es sich aus, dieses Buch zu lesen – es ist, ohne sprachliche Schnörkel, leicht lesbar.



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