David Krems: Falsches Licht

verfasst am 27.02.2018 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Krems, David, Romane

Schotter begann seinen beruflichen Lebensweg als erfolgreicher Fotograf. Als Vielreisender fotografierte er Mode, Natur etc. und alles das noch in traditioneller Art, so wie man das früher gemacht hat. Mit Beginn des digitalen Zeitalters fand er nicht mehr die Erfüllung in seinem Beruf. Es fehlte ihm das handwerkliche, seine Kameras landeten in einer Vitrine in seiner kleinen, eher ungemütlichen Wohnung.

Mit diesem Abschnitt seines Lebens hatte er abgeschlossen. Er wollte nie wieder fotografieren. Bei seinem Freund Josef fand er eine Teilzeitanstellung in dessen Copyshop.

David Krems erzählt die Geschichte von Schotter in einer leicht lesbaren Form, der es trotzdem nicht an Spannung fehlt. Eine Geschichte um Liebe, Tod, Geheimnisse und um Freundschaft.

Tanja, eine Rumänin, die dort noch unter dem grausamen Regime von Ceausescu lebte, wollte mehr vom Leben und landete schließlich bei Herrn Sachs im Westen. Sachs, eine äußerst zwielichtige Person, konnte mit seinem Reichtum Tanja ein komfortables Leben bieten, aber ohne Liebe.

Die Liebe fand Tanja in der Begegnung mit Schotter. Da war er noch ein leidenschaftlicher Fotograf, und Tanja war sein oftmaliges Modell während ihrer gemeinsamen Reisen. Dramatisch verlief das Ende dieser Beziehung. Tanja, die schon seit Ihrer Kindheit krank war, starb. Krems schildert diesen Teil des Buches sehr einfühlsam, man erfährt aber nichts über die näheren Umstände.

Durch diesen dramatischen Vorfall ändert sich Schotter. Er zieht sich zurück, sein Leben verläuft ohne Höhepunkte, bis er eines Tages einen Anruf von Sachs bekommt, der Filme von Schotter möchte. Damit beginnt der kriminalistische Teil des Buches. Gewalt kommt ins Spiel, Schotter wird zusammengeschlagen, er wird in seiner Wohnung überfallen und verletzt.

Schotter versucht herauszufinden, worum es Sachs wirklich geht. Sein Freund Josef unterstützt ihn dabei tatkräftig. Es ist vorhersehbar, dass es mit den schmutzigen Geschäften von Sachs zu tun haben muss. Schotter wird fündig und trifft sich ein letztes mal mit Sachs. Eine weitere Begegnung mit einem Fremden gibt Schotter vorerst Rätsel auf. Es stellt sich heraus, das Alka der Zwillingsbruder von Tanja ist. Schotter, mittlerweile äußerst strapaziert, beschließt sich von diesem aufregenden Leben zu verabschieden, packt seinen Koffer und verreist.

Er erinnert sich, dass Sachs anlässlich eines Gespräches ein Kind erwähnt hat, kann sich darauf aber vorerst keinen Reim machen. Doch dann wird ihm klar, dass das sein eigenes Kind ist.

Er verabschiedet sich telefonisch von Josef mit den Worten „Ich werde zum ersten Mal meine Tochter fotografieren“. Dafür hatte er aus seiner Vitrine alle Kameras herausgenommen und sich für eine Pentax Reflex entschieden. Damit wollte er seine Tochter fotografieren. Diese Kamera hatte er vor Jahren Tanja für ihren gemeinsamen Italien Urlaub gegeben.

“Falsches Licht” ist ein Buch das ich gerne gelesen habe, das mich berührt hat.


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