Joey Goebel: Irgendwann wird es gut

verfasst am 18.07.2019 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Goebel, Joey, Kurzgeschichten

Wer jemals nach Moberly im US-Bundesstaat Kentucky kommt, wird dort eine typische amerikanische Kleinstadt finden, mit den typischen amerikanischen Kleinbürgern. Und er bzw. sie wird viele Menschen finden, die in der einen oder anderen Art und Weise daran scheitern, sich in der Welt zurecht zu finden. Sie bleiben draußen und es gelingt ihnen nicht, die Kluft zwischen sich und den anderen Bewohnern der Stadt und der Welt rundherum zu überwinden.

Joey Goebel erzählt von diesen Menschen. Und er macht das ungemein einfühlsam, behutsam. So seltsam der eine oder andere dieser Menschen seinen Mitmenschen erscheinen mag, so sehr hat jede/r einzelne aber auch Träume und Wünsche, ganz genau wie die anderen sie auch haben.

Sie sind so völlig unterschiedlich, sie sind alt oder jung, die sind in den verschiedensten Berufen tätig, kein Tagesablauf lässt sich mit einem anderen vergleichen; und doch haben diese Menschen, über die zu lesen ist, so viel gemeinsam. Zum Beispiel auch nicht zu wissen, wie viele andere Menschen es gibt, mit denen sie etwas gemeinsam haben.

Falls das Wort „Einsamkeit“ nun einen negativen Beigeschmack haben sollte, so beweist Joey Goebel, dass ist in jeder dieser Einsamkeiten auch die positiven, die beglückenden Momente gibt.

In zehn Kurzgeschichten lässt sich so viel über die ganze Stadt und ihre Bewohner erfahren, dass es am Ende wie ein einziger, zusammenhängender Roman wirkt. Denn über die kurzen Geschichten hinweg finden die Menschen zusammen. Wer zuerst noch ziellos und einsam erschien, kann schon ein, zwei Momente (in diesem Fall: Geschichten) später Neues erleben oder Neues kennenleren. Sie treffen aufeinander ohne einander zu kennen doch bei einer anderen Gelegenheit kann es sich ergeben, dass man ins Gespräch kommt, dass Unerwartetes zu einem verbindenden Erlebnis wird. Das alles funktioniert ganz einfach, wie von selbst, wenn es nur der richtige Zeitpunkt ist.

So wird aus den Geschichten über die Einsamkeit der einzelnen ein, wenn auch melancholischer, so doch überwiegend optimistischer Ausblick auf die Möglichkeiten, die uns bleiben, einen passenden Weg durch unser Leben zu finden.Wenn man sich darauf einlässt.

Mit feinem Humor und mit viel Gefühl erzählt – ein Buch, das man keinesfalls versäumen sollte.



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