Joey Goebel,: Heartland

verfasst am 14.04.2009 von | 1 Kommentar
Rubriken: Goebel, Joey, Romane

Zu Beginn ist Blue Gene einfach nur das schwarze Schaf des Mapother-Klans. Während seine Familie die Kleinstadt Bashford mit Geld und Verachtung für das Volk dominiert, lebt Blue Gene mehr schlecht als recht von gelegentlichen Verkäufen am Flohmarkt auf dem er Spielzeug aus seinen Kindetagen anbietet.

Als eines Tages Elisabeth seinen Mutter dort auftaucht beginnt sich seine ruhige – oder eintönige? – Welt zu verändern. Blue Gene als Wahlkampfhelfer für seinen Bruder John, Blue Gene als Verbindung der Mapothers zu den „einfachen“ Menschen von Bashford, deren Welt und deren Lebensumstände er teilt.

Rund um die Mapothers – Vater Henry, Mutter Elisabeth, Johns Frau Abby, seinen Sohn Arthur, John und Blue Gene – entsteht das Abbild amerikanischer Kleinstadttradition: Patriotismus und wiedergeborene Christen, Monster-Trucks und Wrestling.

Eine Welt, in der selbst die nicht Angepassten in Wahrheit doch gänzlich angepasst sind, in der die Wohlhabenen verächtlich auf die Unterpriviligierten hinabsehen. Eine Welt, in der jede Opposition mit dem Wort „unpatriotisch“ gebranntmarkt wird. Eine Welt, der John Mapother nach seiner Wahl zum Kongress wieder die richtigen Werte bringen soll.

Blue Gene sucht den Weg zurück in seine Familie nur um dabei zu erfahren, dass es Geheimnisse in seiner Vergangenheit gibt, die den Mapother Klan in seinen Grundfesten erschüttern würden, gerieten sie an die Öffentlichkeit. Annäherung und Abneigung sind die Faktoren, die das Leben der Familie im Inneren bestimmen, während nach außen die Wiederbesinnung auf die amerikanischen Grundwerte gepredigt wird.

Die 713 Seiten des Buches hinterlassen bei mir einen Endruck der Verwirrung: ist es eine Satire auf das Amerika des George W. Bush ? Ist es einen Familiensaga in einer Linie mit den Ewings oder den Carringtons? Ist es eine Abrechung mit verkrusteten Eliten, die im Land die Fäden ziehen?

Für keine dieser Möglichkeiten kann ich mich entscheiden. Genau das fehlt mir bei Goebels Heartland: die vielen Kehrtwendungen in der Handlung machten es mir schwer die wahre Geschichte dahinter zu sehen. Einige Seiten weniger und dafür einige fertig gedachte Gedanken mehr hätten dem Buch nach meinen Geschmack gut getan.

Heartland erschien im Sommer 2008, einige Monate bevor Barack Obama seine Wahlsieg feierte. Das lässt die Hoffnung, dass Weitsicht, soziale Verantwortung und freies Denken letztendlich doch über das Kleinstadt-Spießertum die Oberhand behalten werden.


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  • Kommentar von  Elke am 30.04.2009 um 21:39 Uhr Uhr

    Hallo Andreas,
    bin grad nicht lese – aber schreibfaul ;o(
    Lg Elke

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