Andreas Eschbach: Perry Rhodan
Das größte Abenteuer

„Perry Rhodan – Das größte Abenteuer“ ist eine Biographie und ein Prequel. Also auch für diejenigen, die einen ersten Blick in die Serie werfen wollen, ein passender Einstieg, um sich ein wenig an Basiswissen zu erlesen.

Es beginnt mit Rhodans Kindheit und Jugend und seinen ersten Jahren als Pilot in der Air Force. Diese Jahre laufen vor dem Hintergrund der Weltgeschichte ab, wie wir sie kennen; Andreas Eschbach verbindet dabei immer wieder die Biographie des Titelhelden mit den Lebenswegen historischer Persönlichkeiten und mit Ereignissen von damals. Ob es eine Begegnung mit Martin Luther King ist (Rhodan war auch bei der „I Have a Dream“-Rede in Washington dabei) oder ob wir die „wirklichen“ Vorgänge rund um die Kubakrise kennen lernen: Eschbach verknüpft Realität und Fiktion geschickt zu nahtlos zu- und ineinander passenden Ereignissen. Gelegentlich musste ich dabei an den Film „Forrest Gunp“ denken, an dessen Treffen mit zeitgeschichtlichen Perönlichkeiten sich Andreas Eschbach vielleicht ein paar Anleihen genommen hat.

Sehr interessant fand ich dabei die umfassende Beschreibung der Weltraumprogramme der Sowjetunion und der USA, die einander bis in die 1960er-Jahre einen Wettkampf um die führende Position in der Raumfahrt lieferten. Alles natürlich, wie wir nun wissen, genauestens verfolgt von Perry Rhodan, der nach dem Abschluss in West Point in einem geheimen Raumfahrtprogramm „Starfire“ der US-Air Force gelandet war und dort seine ersten Flüge zur Grenze zwischen Erdatmosphäre und Weltraum absolvierte. Während die NASA zugleich öffentlichkeitswirksame Erfolge verzeichnete, blieb das Programm des Militärs aber nur Eingeweihten bekannt. Doch egal ob öffentlich oder geheim: Rhodan war – selbstverständlich möchte man sagen – der beste Pilot, den die Air Force hatte.

Je näher Rhodans Lebensweg an das Jahr 1971 heranrückt, desto öfter treffen wir auch auf seine zukünftigen Weggefährten, von denen einige auch noch viele tausend Jahre später am Leben sind (für die Nicht-Eingeweihten: Die Superintelligenz ES versorgte ein ausgewählte Gruppe von Menschen mit Zellaktivatoren, die den Empfängern zu relativer Unsterblichkeit verhalf). Reginald Bull, Allan D. Mercant, Homer G. Adams (er ist auch der Erzähler im Buch), John Marshall, Ernst Ellert uvm..

Und dann erreichen wir endlich 1971, als alles begann: das Jahr, in dem Perry mit dem Raumschiff Startdust startet und als erster Mensch den Mond betritt.

Im Jahr 1961 erschien mit „Unternehmen Stardust“, geschrieben von K.H. Scheer, Band 1 der Perry Rhodan-Serie. Inhalt ist der erste Flug zum Mond, der – von damals aus gesehen – 10 Jahre in der Zukunft  statffinden sollte – also im Jahr 1971.

Stellenweise rutscht die Biographie in, für meinen Geschmack, zu schwülstige Heldenverehrung ab. Ansonsten jedoch liefert dieser Roman eine sehr passende und logische Ergänzung zu den danach folgenden Abenteuern des „Erben des Universums“ (so lautete früher der Untertitel der Serie). Mit ca. 850 Seiten Umfang spart Andreas Eschbach nicht mit vielen Details. Das hat zu Beginn manchmal seine Längen, wird aber zusehends spannender und dann ein richtiger Pageturner. Und – das darf man natürlich nicht vergessen – eine Serie, die es inzwischen auf hunderttausende Seiten (Heftromane, Taschenbücher, Serienableger) bringt, braucht auch eine adäquate Einleitung …

Für eingefleischte Fans ganz klar ein Muß, für „normale“ interessierte und jahrzehntelange (wenn auch mit langen Pausen dazwischen) Leser wie mich, eine beinahe unverzichtbare Ergänzung zum Serienuniversum, für Neueinsteiger eine spannende Lektüre, die vielleicht Lust auf mehr macht.



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