Goscinny & Uderzo: Der Seher
Asterix 19

Mitten im heftigsten Gewitter klopft es an die Tür von Majestix Hütte. Eine unheimliche Gestalt steht im Türrahmen und stellt sich als Seher vor. Gerade zur rechten Zeit für die Dorfbewohner, die gerade fürchten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könne. Der Seher verspricht ihnen baldige Besserung der Lage und wirklich, wenig später scheint schon wieder die Sonne.

Der Beweis ist damit erbracht, der Fremde kann wirklich in die Zukunft sehen, da sind sich alle sicher – fast alle. Weil Methusalix gerade beim Druidenwettbewerb im Kanutenwald ist, steht Asterix ganz alleine da: nur er traut dem Fremden nicht.

Als der seiner Wege zieht, ist es zuerst Gutemine, die ihn aufhält und um eine weitere Vorhersage bittet. Nach und nach wenden sich alle Dorfbewohner an den Seher, der sich mit immer mehr Geschenken überhäufen lässt – und selbstverständlich allen nur das Blaue vom Himmel verspricht. So bleibt am Ende zuerst einmal nur Asterix übrig, der aber lange Zeit keine Ahnung hat, dass seine Freunde und Mitbewohner sich heimlich die Zukunft vorhersagen lassen.

Eines führt zum anderen und auf einmal stehen die Römer im Dorf; und niemand ist da, um sie wieder zu vertreiben.

Es fängt ganz großartig an: die Darstellung der verängstigten Dorfbewohner, die sich da im Majestix Hütte zusammendrängen. Da kann man wiederholt nach den Details in den Bildern suchen und man wird immer wieder neue, kleine Szenen entdecken; der Höhepunkt dann mit dem unheimlichen Klopfen an der Türe und dem Schatten des Fremden, der sich vor dem Schein eines Blitzes abzeichnet. Einfach großes Kino!

Doch auch der Rest hat es in sich: was Uderzo und Goscinny sicher nicht annehmen konnten ist, dass diese selbsternannten “Seher” gerade unglaubliche Renaissance feiern. Mit Hilfe der sozialen Medien gewinnen Geisterheiler, Wunderwuzzis und Konsorten mit verlogenen Versprechen immer mehr an Gutgläubigen. Die bereitwillig, ganz wie Gutemine und die anderen, diesen Scharlatanen ihr Geld hinterherwerfen und nicht selten ihre eigene Gesundheit damit aufs Spiel setzen.

Ein toller Asterix-Band aus der “guten, alten Zeit”.
Als nämlich Goscinny und Uderzo noch gemeinsam am Werk waren.


Einen Kommentar hinterlassen

* erforderlich. Beachten Sie bitte die Datenschutzerklärung


Top