Hugo Bettauer: Faustrecht

verfasst am 24.01.2018 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Bettauer, Hugo, Kriminalromane

Ein Krimi aus dem Jahr 1920, der mich stellenweise in Aufbau und Handlung an einen dieser typischen englischen Krimis erinnert. Nur eben verlegt in das Wien im Jahr 2 nach dem 1. Weltkrieg. Die beiden Hauptakteure sind alte Freunde, die gemeinsam als Offiziere die Schützengräben des Krieges überlebt haben und nach dessen Ende unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen haben.

Doktor Heinrich Bär, der berühmte Kriminalbeamte und Oskar Fels, Reporter bei der “Weltpresse”. Bei Kriminalfällen treffen sie immer wieder aufeinander und sie sitzen auch abseits der Berufswelt oft gemeinsam im Cafe Central.

Nun führt sie ein Doppelmord im Cottageviertel wieder zusammen. Zwei Schwestern, die in ihren Schlafzimmern von einem Dienstmädchen tot aufgefunden wurden. Rasch stellt sich heraus, dass beide Frauen erwürgt worden waren und auch, dass der äußerst wertvolle Schmuck der beiden offensichtlich geraubt wurde. Während sich zunächst kein Verdächtiger findet, gerät bald ein junger Mann ins Visier der Polizei. Der Privatsekretär des – auf einer Geschäftsreise im Ausland befindlichen – Ehemannes einer der beiden Frauen wird verdächtigt und kann auch kein Alibi vorweisen, das ihn entlastet.

Obwohl selbst nicht ganz überzeugt, den wahren Täter dingfest gemacht zu haben, muß Dr. Bär trotzdem den jungen Mann in Untersuchungshaft nehmen.

Das wiederum fordert Oskar Fels heraus, der völlig von der Unschuld des Sekretärs überzeugt ist und dessen Mutter und Verlobter zur Seite steht, dafür die Beweise zu finden.

Bettauer legt ein paar Spuren und lässt dann wieder den Leser/die Leserin an den daraus gezogenen Schlüssen zweifeln. Neben einer abwechslungreichen und durchaus spannenden Handlung liefert dieser Krimi aber auch ein höchst interessantes Bild der Zeit; wie aus dem ehemals kaiserlichen Wien in kurzer Zeit ein republikanischen Wien wurde und wie es sich damals so verhielt mit Verbrechern, der Polizei und der Presse.

Sehr unterhaltsam!


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