Arne Dahl: Hass

verfasst am 08.03.2015 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Dahl, Arne, Thriller

Ein Verbrechen ist geschehen. Aber was ist wirklich passiert? Eine Organisation plant etwas Großes. Aber worum handelt es sich dabei?

An weit voneinander entfernten Orten findet jeweils etwas statt, das die Aufmerksamkeit des Opcop-Teams oder auch nur einzelner seine Mitglieder hervorruft, während alle gemeisam noch erschüttert sind vom Tod einer ihrer Kolleginnen Donatella Bruno und dabei noch keine konkrete Spur zu ihrem Mörder haben.

Ein äußerst komplex konstruierter Thriller beginnt, in dem die Nachwirkungen von Ereignissen aus der Vergangenheit mit ganz neuen Bedrohungen zusammentreffen. Paul Hjelm, der Leiter dieser streng geheimen Abteilung der Europol,  muss sein Team in Zweierteams aufteilen und an Brennpunkte senden, die über den ganzen Erdball verteilt sind. Wie das Netz einer Spinne überziehen bald die Wege des Opcop-Teams den Planeten.

Der Datendiebstahl in einer Biotechfirma, die Verwicklung einer geheimen chinesischen Behörde, in der weltweit gesammelte Informationen zusammenlaufen. Ein Sicherheitsunternehmen, das sich vom Dienstleister für Gewalt jeder Art zu einem Global Player des Verbrechens entwickeln soll. Eine Demonstration gegen die ungleiche Verteilung des Vermögens, die im Zentrum Madrids endet. Namen aus der Vergangenheit, die zu Personen gehören, die ganz oben auf der Fahndungsliste der Polizei stehen.

Und dann das Video mit zwei Opcop-Mitgliedern, die man für tot gehalten hatte. Zwei Jahren nach deren Verschwinden taucht ein Film auf, der zwei gequälte aber lebende Menschen zeigt, die ihren Kolleginnen eine versteckte Botschaft übermitteln; doch welche?

Alles ist unklar und bevor es an die Klärung irgendwelcher Fälle geht, geht es zuerst einmal darum feststellen, was denn eigentlich vor sich geht. Diese Unklarheit und die lange vergebliche Suche nach den Hintergründen überträgt sich beim Lesen auch auf mich. Viele Spuren, viele Protagonisten, viele Schauplätze, viele Hinweise auf Gegenwart und Vergangenheit lassen mich gelegentlich um den Überblick ringen.

Während Arne Dahl Fäden aus den ersten 3 Romanen der Opcop-Reihe, die noch lose herum liegen,  aufnimmt, fügt er noch weitere hinzu und verlangt von seinen LeserInnen ein gehöriges Maß an Konzentration und Erinnerungsvermögen. Dieser Aufbau nimmt ein wenig von der gewöhnten Spannung und bremst vor allem die gewohnte Rasanz. Von beidem bleibt noch sehr viel übrig, genug, um dem Ausgang entgegen zu fiebern und mehr, als man davon bei wahrscheinlich 99,9% aller Thriller ansonsten geliefert bekommt.

Wie gewohnt, verarbeitet Arne Dahl aktuelle Themen (in „Hass“ sind das u.a. Gentechnologie, Drogenhandel, Mafia, die uns alle überwachenden Abhörorganisition) in seinem Thriller und wirft auch kritische Blicke auf gesellschaftliche Auswüchse, die unsere Zeit prägen.

Die sehr schlechte Nachricht ist, dass dies der letzte Band der Opcop-Reihe sein soll, die – und dabei übertreibe ich wirklich nicht – für mich eine der besten Thrillerreihen ist, die ich bisher gelesen habe. Wer das selbst noch nicht getan hat, sollte jedenfalls mit Gier aus dem Jahr 2012 beginnen, um am Ende die Details und den Abschluss der Handlung von „Hass“ nachvollziehen zu können.



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