Gerd Schilddorfer: Heiß

verfasst am 26.08.2013 von | 1 Kommentar
Rubriken: Schilddorfer, Gerd, Thriller

HeißNatürlich ist es ein Roman, für den Gerd Schilddorfer die gewohnten Ingredienzien zur Erstellung von Verschwörungsthrillern verwendet hat. Doch die Art und Weise, wie er alles dosiert, vermengt und zubereitet, lässt von Anfang an eine erwartungsvolle Spannung mitschwingen. Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in der Geschichte angekommen und machte begeistert mit auf der Suche nach dem … 

Berlin, das Amazonas-Gebiet, Kairo, Alexandria, Pakistan an der Grenze zu Afghanistan.  Und die arabische Wüste, in der sich ein Mann seinen weltberühmter Namen verdiente. Wieder einmal schickt sich ein Geheimnis aus ferner Vergangenheit an, unsere Gegenwart ins Chaos zu stürzen (Hinweis an die LeserIn: jetzt wohlig schaudernde Erwartungshaltung einnehmen).

Ein Kommissar in Deutschland, ein Polizeichef im Hindukusch, ein britischer Geheimagent und ein Abenteurer mit Pilotenschein geraten an räumlich und zeitlich weit voneinander entfernten Orten in ein und die selbe Geschichte – natürlich ohne voneinander zu wissen oder auch nur irgendeinen größeren Zusammenhang zu erahnen.

Zu Beginn sind es zwei tote Männer, die die Polizei beschäftigen. Der Nachtportier der Generatorenfabrik wurde scheinbar ohne ersichtlichen Grund mitten in Berlin ermordet und der alte, weise Mann in seiner Hütte in den Bergen wurde furchtbar gequält, bevor ihn seine Mörder verbrannten. Beide Taten haben eines gemeinsam: sie wurden geräuschlos, spurlos und schnell erledigt. Exakt geplant und ausgeführt von kleinen Trupps bestens aufeinander eingespielter Männer. Profis. Und da ist noch etwas: auch die Mörder in Pakistan kamen aus Deutschland.

Als man feststellt, dass dem Portier nur die Schlüssel gestohlen wurden und die Unbekannten ins Werk eindringen konnten und als das Haus des Polizeichefs mit militärischer Präzision zerstört und seine ganze Familie getötet wird, wird auch den Ermittlern klar, dass hinter den Verbrechen mehr stecken muss.

Bald ist auch klar: mit herkömmlichen Ermittlungen werden sie der Lösung nicht näher kommen, also bemühen sie ihre Kontakte um sich die aus inoffiziellen Quellen die richtigen Informationen zu beschaffen. Damit geraten sie alle in Lebensgefahr und die ersten Spuren und Hinweise lösen sich schon bald in Blut, Feuer und Rauch auf (Hinweis an die LeserIn: jetzt atemlos weiter lesen).

Ein toll gemachter Thriller

Lange bewegen sich die einzelnen Schauplätze des Buches völlig unabhängig voneinander auf ein nicht erkennbares Ereignis zu. Ob alles mit allem zu tun hat, das lässt sich vorerst nur aus dem Umstand erkennen, dass es zwischen den selben Buchdeckeln steht, nicht jedoch aus der Handlung. Das macht aber nichts aus, denn egal in welchem Teil welcher Geschichte man sich befindet: es ist spannend und mit jeder neuen Seite ahnt man, dass es noch spannender werden wird.

Schilddorfer findet auch die richtige Mischung aus wechselnden Schauplätzen, handelnden Personen, Bezügen zur Vergangenheit und zur Gegenwart. Nicht zu viel, nicht zu wenig, genau passend, sodass man immer und jederzeit den Überblick behalten kann.

Dass dabei der eine oder andere unglaubliche Zufall den Heldinnen zu Hilfe eilt, das wird man bei dieser Art von Romanen erwarten. Der Autor hält sich dabei aber erfreulich zurück, lässt weniger Zufälle als logische Folgen und Folgerungen die Spannung weiter steigern.

„Heiß“ ist im Genre der Verschwörungsthriller eines des spannendsten und kurzweiligsten Bücher, das ich in der letzte Zeit gelesen habe. Da bleiben fast keine Wünsche offen. Für alle, die sich mit Romanen über Geheimdienste, uralte Rätsel und unerschrockene Helden gerne ihre Lesezeit vertreiben ein absolutes Muss.

Bislang Schilddorfers bester!

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RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag 1 Kommentar


  • Kommentar von  Karl Katz am 01.09.2013 um 14:37 Uhr Uhr

    Schilddorfer wähnt sich im Literatenhimmel, links steht Konsalik und rechts der Simmel…

    Wie schon in „Falsch“ geschichtliche Fehler zuhauf und jede Menge Filmzitate, d.h. Nacherzählungen von Szenen aus Klassikern (Lawrence von Arabien) und Blockbustern (The Scorpion King)…
    Die Schilderung der politischen Verhältnisse in den bereisten Ländern ist naiv bis zum Ablachen, z.B. Ägypten nach der Revolution.
    Jedoch ein Buch zum zwischendurch Weglesen und danach Wegschmeissen…
    Echter, unterhaltsamer Trash halt.

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