Haderer, Georg: Ohnmachtspiele

verfasst am 07.01.2011 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Haderer, Georg, Kriminalromane

Der Wiener Major Johannes Schäfer ist depressiv und wird von Panikattacken geplagt. Kurzum, er befindet sich im Burnout. Die Therapie scheint auch nicht zu greifen, das hinterlässt bei Schäfer tiefe Ohnmachtsgefühle. Eines Tages wird die junge Lehrerin Sonja Z. tot aus der Donau geborgen. Alles deutet auf Tod durch Ertrinken der jungen Frau hin.

Doch Schäfer hat so seine Zweifel, finden sich doch Verletzungen an den Händen der Frau. Dann ist da noch ein verscharrter skelettierter Toter im Wienerwald, ein Junkie, vermutlich Exodus aufgrund einer Überdosis. Als dann kurze Zeit später eine weitere junge Frau tot in der Badewanne ihres Hauses gefunden wird, wiederum keine Spuren auf Fremdverschulden hinweisen, ab dann allerdings ist Schäfer überzeugt, einem Serienmörder auf der Spur zu sein, der nach einem Kartenspiel vorgeht. Und schon schreibt er sich quasi selbst gesund und beginnt zu ermitteln.

Doch im Gegensatz zu seinen Kollegen sieht nur er selbst hinter den Todesfällen Verbindungen. Die Morde erfolgen nach einem Kartenspiel, Herz, König, Bube… Nach den Spielkarten sucht sich der Täter seine Opfer aus. Diese Theorie ist sogar dem Polizeipräsidenten zu weit hergeholt. Allerdings lässt sich Schäfer auch durch dessen Ablehnung und einem ihm angedrohten Disziplinarverfahren nicht abschrecken.

Für Johannes Schäfer sind das keine Zufälle, die mysteriösen Todesfälle lassen ihm keine Ruhe und er beginnt, gemeinsam mit seinem Assistenten Bergmann und der jungen Kriminalinspektorin Kovacs, mit den Ermittlungen. Einfach ist das nicht, denn von Seiten des Innenministeriums gibt es andere Ziele: Polizeireform mit Sparmaßnahmen und vor allem geht es um eine positive Statistik.

Schäfer versucht unkonventionell seine Ermittlungen mit den Sparmaßnahmen der Polizeiapparates in Einklang bringen. Das bewegt ihn dazu, dem ihn bekannten Journalisten Gerhard, eine Story über „seinen“ Serienmörder zu liefern. Nach Erscheinen dieser Geschichte sind Medienlandschaft und Politik in Aufruhr.  Eine Pressekonferenz wird einberufen, Schäfer gelingt es geschickt, den Polizeipräsidenten auszubooten. Denn der Bürgermeister persönlich ist zu dieser Pressekonferenz eingeladen, und dieser selbst verpflichtet sich, dass für die Sicherheit der BürgerInnen alles Erdenkliche getan werden wird, um den Serienmörder einzubuchten. So ist Schäfer aus seinem Rechtfertigungszwang fein raus und auch sein Chef muss mit hochrotem Kopf eingestehen, dass der Vorschlag des Bürgermeisters eigentlich zuerst von ihm schon gedacht wurde.

Major Schäfer und sein Team bekommen genug Zeit und Personalressourcen, um die Ermittlungen voranzutreiben.

Ein Krimi, komplex, gut durchdacht, sympathische Protagonisten und: ein humorvoller und wunderbarer Schreibstil. Meine Bewertung daher eine glatte 5 !


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