Reichlin, Linus: Der Assistent der Sterne

verfasst am 19.01.2010 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Reichlin, Linus

Schon bald nach seiner Ankunft auf Island war Hannes Jensen klar, dass es ein Fehler gewesen war, hierher zu kommen. Hätte er daheim in Brügge nur seinen Bedenken nachgegeben und die Reise abgesagt.

Für ihn als ehemaligen Polizisten und nunmehrigen Physik-Enthusiaten war es eine Überraschung gewesen, als er von Professor De Reuse, den er als Vortragendes seines Physikkurses kennen gelernt hatte, ausgerechnet ihn zu einem Seminar auf Island eingeladen hatte, wo doch weitaus talentierte Hobbyphysiker zur Stelle gewesen wären. Nur er, Jensen, ein weiter Kursteilnehmer, De Reuses Assistentin (=Freundin) Ilunga Lukasi und der Professor selbst sollten die TeilnehmerInnen sein. In der Hütte der verstorbenen Mutter des Professors sollte es stattfinden, dicht bei den Gletschern, weit weg von der nächsten Ansiedlung.

Das verstörende Auftreten des Professors und die Erkenntnis, dass es hier niemals um ein Physikseminar gehen sollte sondern um ganz anderes machen Jensen die Entscheidung leicht: nach der ersten Nacht fliehen er und Ilunga zurück in die Zivilisation. Sie verbringen eine Nacht miteinander, danach soll es kein Wiedersehen geben. Doch Jensen behält ein Mal zurück, einen Biss am Hals, Vermächtnis der Liebensnacht. Bedeutungslos für ihn, aber schmerzhaft.

Zurück in Brügge erwartet ihn nicht nur Annick O’Hara, die Frau die ein Kind von ihm erwartet, sondern auch eine seltsame Geschichte, bei der ihn Annick um seine Hilfe als ehemaliger Polizist bittet: ein Wahrsager hatte ihrer Freundin Tresse prophezeit, dass deren Tochter getötet werden würde. Von einem Mann mit einem Mal am Hals.

Wer noch nie ein Buch gelesen hat, in dem sich Quantenphysik,  Menschliches, ein wenig (aber wirklich nur ein wenig) Esoterisches, Bizarres, Unerwartetes, Vergangenheit und Zukunft verbinden, die/der sollte das ändern und mit diesem beginnen. Aus einer Geschichte über das sehr eigenartige Verhalten einiger Menschen wird ein mysteriöser Thriller und dann ein spannender Krimi – oder umgekehrt.

Dabei darf man sich keinesfalls durch die zu Beginn ein wenig befremdlich wirkende  und anscheinend übermäßig lange Einleitung abschrecken lassen. Denn das braucht man alles noch an Wissen für den Rest der Story. Die ist dann ungemein dicht und fesselnd.



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