Buchbesprechung/Rezension:

Manfred Krug: »Mir fällt gerade ein...«
Ein Sammelsurium

Mir fällt gerade ein
verfasst am 02.03.2024 | einen Kommentar hinterlassen

AutorIn & Genre: Krug, Manfred, Kurzgeschichten
Buchbesprechung verfasst von:
LiteraturBlog Bewertung:

Hrsg: Krista Maria Schädlich

Wie der Titel schon vermuten lässt, ist der Inhalt tatsächlich ein wildes Sammelsurium von verschriftlichten Gedankengängen des Autors. Die Themen sind bunt durcheinander gewürfelt. So findet man Sequenzen aus Politik und Kunst, aber auch aus der Tierwelt und Dingen des täglichen Lebens.

„Eichhörnchenmütter sind grundsätzlich alleinerziehend. Nicht mal der Vater hat Zutritt zur Wohnhöhle.“

Diese bunte Aneinanderreihung von kurzen Texten des Autors war zunächst gewöhnungsbedürftig. Trotzdem musste ich das ein oder andere Mal schmunzeln und auch einige Erkenntnisse fand ich spannend.

„Eigentlich interessant, dass der Körper bis ins hohe Alter hinein in der Lage ist, alle möglichen Schmerzen an das Gehirn zu übertragen, ja, er scheint mit zunehmendem Alter sogar eine besondere Fertigkeit der Schmerzübertragung zu entwickeln, während umgekehrt die Übertragung der Wonnegefühle erheblich nachlässt, nicht zuletzt deshalb, weil die Körperteile, die bei der Entstehung von Wonnegefühlen benötigt werden in ebendieser Funktion nachlassen.“

Die Grafiken des Künstlers kamen meiner Meinung nach aufgrund der kleinen Abmessungen des Buches nicht wirklich zur Geltung, obwohl ich sie sehr ansprechend fand.

Das kurze „Entrée“ der Herausgeberin, in dem sie Interessantes und Persönliches über Manfred Krug erzählt, hat mir sehr gut gefallen.

Mein Fazit:

Für mich war es das erste Buch von Manfred Krug und ich gestehe, dass ich mehr erwartet hatte. Es ist in seinen Abmessungen wirklich mini (11 x 17 cm) und auch der Inhalt wirkt auf den ersten Blick karg, obwohl sich beim Lesen herausstellt, dass dem nicht so ist. Meine Erwartung, dass es sich um eine Art Tagebuch handeln würde, ergänzt mit vielen Abbildungen seiner gesammelten Objekte, haben sich nicht erfüllt. Es erinnert viel mehr an einen kleinen Gedichtband.

Manche der kurzen Schilderungen des Autors sind wirklich witzig und amüsant. Trotzdem störten mich während des Lesens die doch sehr kleine Schrift und die geringen Abmessungen des Buches. Eine Nummer größer in Schrift und Form hätten dem Buch wirklich gut getan.

Zusammengefasst war das Buch für mich enttäuschend, trotz der zum Teil wirklich unterhaltsamen Texte des Autors.

Autor/Illustrator/Herausgeberin

Manfred Krug, mir am besten bekannt als Schauspieler aus der Anwaltsserie „Liebling Kreuzberg“, wurde am 8. Februar 1937 in Duisburg geboren. Später übersiedelte er in die DDR nach Leipzig. Er ist Vater von vier Kindern. Neben der Schauspielerei betätigte er sich auch als Sänger und Schriftsteller. Er starb am 21. Oktober 2016 im Alter von 79 Jahren an einer Lungenentzündung.

Die Herausgeberin Krista Maria Schädlich arbeitete als Lektorin bei verschiedenen Verlagen. In dieser Tätigkeit betreute sie auch alle Bücher von Manfred Krug.

Die Illustrationen im Buch stammen vom Künstler Moritz Götze. 1964 in Halle geboren, arbeitet er heute als freier Grafiker und Maler und erhielt für seine Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen. Näheres über ihn und seine Werke kann man auf seiner Homepage finden:
https://www.moritzgoetze.de/




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