Buchbesprechung/Rezension:

Tania Blixen: Babettes Gastmahl


verfasst am 01.03.2022 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Blixen, Tania, Erzählungen
LiteraturBlog Bewertung:

Über die Autorin:
Tania, eigentlich Karin Blixen (Im deutschsprachigen Raum ist sie nur unter Tania bekannt.), lebte von 1885 bis 1962. Sie wurde nahe Kopenhagen geboren. Ursprünglich schrieb sie „Babettes Gastmahl“ auf Englisch und übersetzte es erst später ins Dänische. Sie studierte Kunst in Paris und Rom und ging 1914 mit ihrem
Mann nach Kenia, wo sie ihre zweite Heimat fand. Ihr Memoirenband „Jenseits von Afrika“ ist ihr  bekanntestes Werk.

Über den Übersetzer:
Das Buch wurde von Ulrich Sonnenberg übersetzt. Er erhielt 2013 den Übersetzerpreis des Staatlichen Dänischen Kunstrats. Sonnenberg erklärt in den „Anmerkungen“ Bibelzitate, Begriffe und  Ausdrucksweisen, die Blixen in ihrer Erzählung verwendet.

Am Ende des Buches findet sich ein sehr ausführliches Nachwort von Erik Fosnes Hansen, das toll geschrieben und sehr informativ ist.

Über das Buch:
Schauplatz der Erzählung ist der Ort Berlevaag in Norwegen. Dort leben die beiden Pastorentöchter Martine und Philippa, benannt nach Martin Luther und seinem Freund Philipp Melanchthon. Ihr Vater war Propst sowie Prophet und Gründer einer frommen und strengen christlichen Bewegung. Die Anhänger dieser Kirche entsagen allen irdischen Freuden.

In diesem Umfeld wachsen die beiden Mädchen auf. Beide sind äußerst liebreizend, gutaussehend und extrem fromm. Ihre Frömmigkeit zeigt sich auch darin, dass sie ein Leben lang ihre Zeit und ihre bescheidenen Renteneinkünfte den Armen widmen. Im Juni 1871, in einer Regenwetternacht, steht Babette Hersant auf der Türschwelle und wird das Dienstmädchen der beiden Schwestern.

Dieser Umstand mag sonderbar erscheinen bei zwei sich der Welt entsagenden alten Jungfern in einem kleinen norwegischen Fjorddorf, sodass eine Erklärung erforderlich ist. Die Menschen in Berlevaag fanden diese Erklärung in der Herzensgüte und tiefen Frömmigkeit der Schwestern.

Babette kommt als gejagter Flüchtling zu ihnen, beinahe wahnsinnig vor Kummer und Angst.

Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr über das Leben der beiden Schwestern, deren Verehrern und ihren weiteren Lebensweg und natürlich auch von Babette und ihren Fähigkeiten.

Mein Fazit:
Ursprünglich hat mich der Klappentext nicht besonders angesprochen. Da die Erzählung aber nicht so umfangreich ist, beschloss ich das Buch trotzdem zu lesen. Bereut habe ich das auf keinen Fall. Das Buch liest sich wie ein sorgfältig formulierter alter Klassiker. Ich mochte den Schreibstil sehr.

Alles war so treffend beschrieben, dass man sofort eine gute Vorstellung von der Geschichte und den Figuren hatte. Die humorvollen Situationen brachten mich immer mal wieder zum Schmunzeln. Die Erzählung gibt einen ungefilterten Einblick in die Eigenheiten, Marotten und religiösen Überzeugungen strenggläubiger Menschen.




Einen Kommentar hinterlassen

* erforderlich. Beachten Sie bitte die Datenschutzerklärung


Top