Buchbesprechung/Rezension:

Christopher Paolini: INFINITUM
Die Ewigkeit der Sterne


verfasst am 21.06.2021 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Paolini, Christopher, Science Fiction
LiteraturBlog Bewertung:

Die Außerirdischen greifen an! Schuld daran hat, so scheint es jedenfalls, die Xenobiologin Kira Navarez. Bei der Erkundung eines Planeten für eine Neukolonisierung durch die Menschen entdeckt sie durch Zufall ein Relikt einer fremden Zivilisation. Dieses Relikt ist eine Lebensform, die mit Kira eine Art von Symbiose eingeht und sie fast zur Gänze wie eine zweite Haut umhüllt.

Es gelingt Kira in kleinen Schritten eine Kommunikation mit dem Symbionten herzustellen. Ob es ein Lebewesen ist, eine künstliche Lebensform oder etwas ganz anderes, das kann weder sie herausfinden, noch schaffen es die Ärzte. Aber ein paar andere Dinge lassen sich feststellen: der Anzug nennt sich selbst „Soft Blade“  und er wehrt sich gegen jeden Zugriff von außen. Kira muss hilflos mit ansehen, wie der Anzug einige Mitglieder ihres Teams tötet, weil er glaubt, angegriffen zu werden.

Die bedeutendste Entdeckung aber ist, dass der Anzug in irgendeiner Verbindung zu den Invasoren, den Jellys,  zu stehen scheint, die schon kurz nach Kiras Fund auftauchen und beginnen, Schiffe und Kolonien der Menschen anzugreifen. Es ist eine technisch überlegene Spezies, mit der man weder kommunizieren kann, noch sie abwehren. Der Anzug scheint einerseits der Auslöser des Angriffes zu sein, andererseits bietet er vielleicht auch die einzige Chance für die Menschheit, nicht vernichtet zu werden.

„Infinitum“ hielt sich einige Wochen in den Top 10 der Bestsellerlisten, kein schlechtes Ergebnis für einen reinen SF-Roman und mit einem Umfang von fast 1.000 Seiten erhielt der Roman auch gleich die Bezeichnung „Epos“. Meine Hoffnung auf eine spannende Erzählung ist daher groß.

Weiter in der Geschichte: Während Kira versucht, den Geheimdienst und die Militärs der Menschheit davon zu überzeugen, dass sie unbedingt in die Abwehrmaßnahmen eingebunden werden muss, tauchen weitere Raumschiffe, die Nachtmahr-Schiffe auf, die sowohl die Fremden als auch die Menschen angreifen. Unerklärbare Nachrichten und Drohungen werden durch den Raum gesendet, während jeder jeden bekämpft. Und noch immer ist gänzlich unklar, warum diese Invasionen begannen und welches Ziel sie haben. Als Kira endlich einen hochrangigen Offizier davon überzeugen kann, nach dem „Blauen Stab“ zu suchen, ist es beinahe zu spät. Denn wer diesen Stab hat, der wird den Krieg gewinnen können.

Das Lesen dieses Romanes ist zuallererst eine Herausforderung. Das liegt nicht am Schreibstil, sondern in der gewundenen Handlung. Um dieser folgen zu können, muss man sich durch Unmengen von Nebensächlichkeiten lesen. Ich sehe zwar, dass damit Stimmungen und Atmosphäre erzählt werden sollen, dass den handelnden Personen möglichst viel an Hintergrund und Persönlichkeit umgehängt werden soll, doch man kann es auch übertreiben. Allzu viel füllt ein paar Absätze oder Seiten und wird danach nie wieder erwähnt und/oder bringt die Handlung nicht voran.

Dazwischen bleibt es aber stellenweise wieder spannend und interessant, weil sich auch in der Hauptgeschichte einiges abspielt: Der Raumkreuzer „Darmstadt“ und das Raumschiff „Wallfish“ mit Kira und Kapitän Falconi an Bord bricht zu einer Reise über 60 Lichtjahre auf, um den Blauen Stab zu finden.

Angekommen bei Seite 425 (also bei etwas weniger als der Hälfte des Buches) gebe ich dann auf. Vom bisher Gelesenen sind zumindest 300 Seiten vollgepackt mit absoluten Nebensächlichkeiten, die weder für Handlung noch für Atmosphäre irgendeine Relevanz haben. Mir fehlt wirklich das Verständnis für derartig aufgequollene Wortsammlungen – schade … aber, wie die zahlreichen positiven Bewertungen in diversen Online-Shops wohl zeigen, mögen andere Leserinnen und Leser so etwas.




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