Peter Grünlich: Der Alleswisser
Wie ich versucht habe, Wikipedia durchzulesen, und was ich dabei gelernt habe

verfasst am 22.11.2020 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Grünlich, Peter

Das mag jetzt in gewisser Weise eigenartig wirken: Jemand durchsucht Wikipedia und packt seine Funde dann in ein Buch. Sieht man ein zweites Mal hin, dann kommt man darauf, dass das gar nicht so abwegig ist; denn die überwältigende Menge an lauten, schreierischen, bunten Meldungen im Internet verstellt den Blick auf die wahren Fundstücke, jene Dinge, die man staunend lesen kann.

Wikipedia nutze ich selbst meist nur dann, wenn ich zu einem bestimmten Begriff etwas nachschlagen möchte. Auf den Gedanken, Wikipedia einfach einmal „durchzublättern“ bin ich nicht gekommen – wo sollte man denn bei den derzeit rd. 2,5 Millionen Einträgen in der deutschsprachigen Ausgabe denn auch anfangen?

Dieses „Durchblättern“ hat Peter Grünlich gemacht. Gefunden hat er dabei Amüsantes und Interessantes, Kurioses und weitgehend Unbekanntes.

Insgesamt ist ein Buch in dem viel unnützes Wissen zusammengetragen ist. Das darf man aber keinesfalls negativ betrachten, denn an schwerwiegenden Themen haben wir heutzutage sowieso keine Mangel. Also ist es sehr erleichtern zu lesen, was es so alles auf der Welt gibt, das uns nicht gleich gefährlich wird.

Was drinnen sein muss, das sind die allseits beliebten „Best-of“-Listen, über Literatur, Musik, ungewöhnliche Todesfälle und Merksätze für dies und das. Wer wollte nicht schon immer wissen, mit welchen Titeln Kim Jong-Il angesprochen wurde (dazu möchte ich mein persönliches Unnütz-Wissen hinzufügen: „Kim Jong-Il looking at Things„, das im Buch nicht erwähnt wird). Oder der wahre Sinn in der Merkel-Raute. An seltsamen Wesen aus Flora und Fauna gibt es wirklich keine Mangel und von  sehr vielen wird man noch nie gehört haben. Sicher nur ganz wenige kennen die Kneipenschlägerei in Oxford im Jahr 1355, die sage und schreibe mehr als 90 Menschen das Leben kostete.

Und ja: Es gibt auch geheime Verschwörungen, die tatsächlich existierten. Aber, wahrscheinlich sehr zum Leidwesen der Aluhut-Träger: Chemtrails und Impfungen mit Chips sind nicht darunter.

Obwohl Peter Grünlich eine ganze Menge solcher Fakten und Artikel zusammengetragen hat, so ist es doch nur ein ganz kleiner Teil dessen, was es in der Welt gibt, von dem wir noch nie etwas gehört haben. Wer weiß, welche interessanten Erkenntnisse warten, wenn man selbst einmal beginnt, das Internet zu lesen :-)

Übrigens: die 2,5 Millionen Seiten der deutschsprachigen Ausgabe sind schon nicht überschaubar. Insgesamt (über alle Sprachen) sind es aktuelle 53,7 Millionen, auf Englisch sind es mehr als 6 Millionen.

Auf dass uns der Lesestoff nie ausgehe!



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