Peter Wohlleben: Das geheime Band zwischen Mensch und Natur
Erstaunliche Erkenntnisse über die 7 Sinne des Menschen, den Herzschlag der Bäume und die Frage, ob Pflanzen ein Bewusstsein haben

Ein Buch, an dem ich einfach nicht vorbei gehen konnte: so oft und so lange wie möglich zieht es mich in die Wälder und auf die Berge – da MUSS ich ein Buch, das verspricht, erstaunliche Fakten über Natur und Wald zu präsentieren, unbedingt lesen.

Gleich vorweg: meine Erwartungen wurden allesamt erfüllt. Peter Wohlleben berichtet und erzählt über vieles, das mir nicht bekannt bzw. nicht bewusst war und das mir zu einer erweiterten Perspektive beim Blick auf die Welt rundherum verhilft.

Das lässt sich (jedenfalls für mich) in zwei Bereiche unterteilen.

Der erste Bereich ist das, was mir bisher schon selbst aufgefallen war, zu dem Peter Wohlleben hier eine ganze Reihe an gescheiten und unterstützenden Fakten liefert, nämlich …

  • dass der Aufenthalt im Wald zu einer Verbesserung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens führt.
  • dass die meisten Argumente FÜR die Jagd ganz weit an den Realitäten vorbei gehen. Wenn Jäger im Winter kräftig anfüttern, um dann in den warmen Monaten unter dem Argument der Überpopulation das Wild abzuschießen, dann ist das nur noch verlogen; verrät aber über gerade die „passionierten“ Jäger, dass es denen nicht um die Natur, sondern nur um das Abschießen geht.
  • dass die Forstwirtschaft in weiten Bereichen eine gehörige Mitschuld an der Klimaveränderung trägt. Wenn Fichtenplantagen wider besseres Wissen noch immer gepflanzt werden, dann muss sich kein Forstwirt wundern, dass die Stürme die Bäume umwerfen und die Borkenkäfer paradiesische Zustände vorfinden. Ganz zu schweigen von der folgenreichen Zerstückelung der Wälder durch endlose Forststraßen.

Aber nur, um eigene Eindrücke bestätigt zu finden, muss man kein Buch lesen  …

Der zweite Bereich, das sind ungemein viele Fakten, kleine, aber wichtige Informationen über das Funktionieren des Waldes und der Pflanzen. Da ist die Rede davon, wie Bäume empfinden, wie sie mit ihrer Umwelt interagieren, wie sie sich gegen Eindringlinge wehren. Man liest, wie gut gemeinte Maßnahmen zum Schutz der Natur oft tatsächlich genau das Gegenteil bewirken, wie ein Wald als Einheit funktioniert und wie unbedachte Eingriffe des Menschen diese Einheit gefährden oder sogar zerstören.

Die Naturwissenschaft liefert Erkenntnisse, die die Grenzen zwischen Tier- und Pflanzenwelt verschwimmen lassen, wenn man erkennt, dass auch Pflanzen oft in vergleichbarer Weise reagieren wie Tiere und Menschen; jeweils natürlich im Rahmen der Einschränkungen, das das „Baum-Sein“ an Ortsgebundenheit und Tempo so mit sich bringt.

Alles in allem ungemein interessant.
Ein Buch, das mir für zukünftige Wanderungen viel geliefert hat, das sich lohnt beobachtet und entdeckt zu werden!



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