Elin Olofsson: Die Hoffnung zwischen den Zeilen

verfasst am 13.11.2019 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Olofsson, Elin, Romane

Laut Klappentext war dieses Buch in Schweden monatelang auf der Bestsellerliste. Das soll so sein, aber auf meiner Bestsellerliste steht dieses Buch nicht.  Das Thema – Schicksale  nach dem zweiten Weltkrieg – würde  mehr hergeben. Die Autorin schildert die beiden Hauptdarstellerinnen ohne Empathie, ohne Mitgefühl, ihr Schreibstil sagt mir überhaupt nicht zu; er erscheint mir in der Beschreibung und dem Tun der beiden Frauen doch eher oberflächlich.

Ulrike erhält über einen Freund die Nachricht, dass ihr Freund und Verlobter Hansi im Krieg desertiert und gestorben ist. Das veranlasst die junge Frau aus Deutschland wegzugehen. Hansi war in Norwegen stationiert, und sie beschließt seinen Weg zu verfolgen. Als Unterstützung dienen ihr Briefe, die sie von Hansis Mutter bekommen hat. Diese Briefe wurden von einer Frau aus einem kleinen nordschwedischem  Dorf geschrieben.

Wer ist diese Frau, sie heißt Elsa, und was hatte sie mit Hansi zu tun? Zur Erklärung blendet die Autorin eine Szene ein, wie der Kontakt zwischen Elsa und Hansi zustande kam. Diesem Abschnitt fehlt in der Schilderung die Wärme, die ihm, ob der Dramatik dieses Augenblicks, gebührt hätte.

Nach vielen Mühen, Entbehrungen, Hunger und Kälte hat Ulrike endlich Elsa – die ein großes Geheimnis in sich trägt – gefunden. Der Beginn ihrer Begegnung zeichnet sich keineswegs durch gegenseitige Sympathie aus., doch mit der Zeit kommen die beiden Frauen einander näher und Elsa hilft Ulrike, die Hintergründe zu Hansis angeblichem Tod zu erkunden. Das Geheimnis von Elsa wird gelüftet,  sie zieht Ulrike ins Vertrauen. Und die  anfängliche Sympathie der beiden Frauen  füreinander entwickelte sich  zu einer Freundschaft. An diesem Punkt wird es für meine Begriffe etwas makaber und die Enthüllung des Geheimnisses erscheint mir doch etwas an den Haaren herbeigezogen.

Elin Olofsson geht bei der Schilderung der Persönlichkeiten von Ulrike und Elsa kaum in die Tiefe, hingegen beschreibt sie den Ort Krokom – Elsas Heimat –  und dessen Bewohner sehr ausführlich.

Ich empfinde ihren Schreibstil ziemlich sachlich, es fehlen mir Emotionen. Gerade ein solches Thema sollte mit Feingefühl und Tiefgang beschrieben werden. Für mich ist dem Inhalt des Buches auch eine gewisse Trivialität nicht abzusprechen. Die 3 Sterne-Bewertung ist den manchmal aufblitzenden, erfreulichen Schilderungen zuzuschreiben.



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