Thomas Engström: South of Hell
Ein Ludwig-Licht-Thriller

verfasst am 09.10.2019 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Engström, Thomas, Thriller

Amerika, das Land der “unmöglichen” Möglichkeiten. So bezeichne ich z.B. Wahlkämpfe in diesem Land. Menschen, die angeblich nicht ganz korrekt, nicht ganz „sauber“ sind, werden verunglimpft, werden  falsch verdächtigt, um nicht der Gewinner einer Wahl zu sein. Ihr bürgerliches Leben scheint zu zerbrechen.

Engströms Roman beginnt mit dem Tod eines jungen Burschen, er wurde ermordet. In den Fokus als Verdächtiger gerät Ron Harriman, ehemals Botschafter in Berlin, jetzt Kandidat der demokratischen Partei in Pennsylvania. Er leugnet ein Verhältnis mit dem Burschen gehabt zu haben. Seine Gegnerin von den Republikanern will seine politische Karriere zerstören.

(So ganz abwegig  ist die Situation nicht, wenn man die permanenten Unzulänglichkeiten des derzeitigen Präsidenten, seine Anschuldigungen beinahe tagtäglich in den Medien sieht und hört. Und das ist für mich auch eine „unmögliche“ Möglichkeit, einen solchen Menschen an die Spitze einer Weltmacht zu wählen).

Auf jeden Fall ist „South of Hell“ ein Thriller im besten Sinn des Genres.

Aufgeboten wird alles, um die Spannung aufrecht zu erhalten, sie zu steigern. Ein ehemaliger CIA-Agent, Clive Berner, wird von Harriman engagiert, um die Machenschaften aufzuklären und seine Unschuld zu beweisen. Berner hat mittlerweile ein eigenes Team, mit dem er spezielle Fälle aufklärt. Er lässt noch einen ehemaligen CIA-Agenten aus Deutschland einfliegen, einen Mann, der in der ehemaligen DDR ausgebildet wurde, Ludwig Lichter.

Lichter ist ein harter Knochen. Er wagt sich in Situationen, riskiert sein Leben, um der Wahrheit gerecht zu werden. An diesem Protagonisten zeichnet Engström die Tragödie eines Menschen auf, der berufsbedingt, ziemlich isoliert lebt. Seine Fetische sind Alkohol und Schmerztabletten.

Dieser Mann ist eine tragische Figur, der den Kick für sein Leben in gefährlichen Situationen sucht.

Es bleibt nur noch wenig Zeit bis zum Wahltag, um die Unschuld von Ron Harriman zu beweisen. Licht begibt sich  in den Dunstkreis einer Sekte (auch so ein amerikanisches Phänomen diese Vielzahl an Sekten).  Was dieser „Verein“ im Zusammenhang mit der Wahl vorhat, erschließt sich erst nach einiger Zeit. Der Führer dieses Vereines ist ein großer Manipulator, ein Mann, der sich selbst verherrlicht, der Menschen vernichtet, sei es seelisch oder körperlich, er schreckt vor nichts zurück.  Sein Plan ruft die Erinnerung an  9/11 ins Gedächtnis.

Engström  gelingt es bis zum Schluss die Spannung aufrecht zu erhalten, in einer Sprache die die Dramatik des Geschehens widerspiegelt.



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