Haruki Murakami: Schlaf

verfasst am 25.04.2018 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Murakami, Haruki

Wie es ist, wenn man nicht schlafen kann (nicht aus der Sicht der Wissenschaft, die uns erklärt, dass wir Menschen das nicht lange erleben würden). Aus der Sicht der Literatur ist Haruki Murakami genau der richtige, sich damit zu befassen.

Die Frau, 30 Jahre alt ist sie, wie man liest, durchlebt ungewöhnliche Phasen ihres Lebens. Zuerst kann sie nicht einschlafen, sie versucht es, sie möchte schlafen, sie wird müde, doch im letzten Moment schreckt sie immer wieder auf.

Dann, plötzlich, ist ihre Schlaflosigkeitkeit vorbei, sie schläft für mehr als einen ganzen Tag und erwacht wie neu geboren.

Ein unerwartetes Ereignis eröffnet dann die dritte, die entscheidenen Phase. Denn nun kann sie nicht mehr schlafen, doch sie spürt auch kein Verlangen mehr danach. Zuerst beunruhigt, findet sie sich bald in ihren neuen Lebensrythmus ein. Es ist ein zweites Leben, das sie nun führen kann, während alle anderen schlafen. Sie liest wieder, beinahe wie in Trance tut sie das, nachdem sie viele Jahre lang kein Buch angerührt hatte. Sie genießt die Stunden alleine.

Als sie beginnt, in den nächtlichen Stunden unterwegs zu sein, begegnet sie der Gefahr der Dunkelheit.

Typisch Murakami. Eine etwas banale Bewertung, aber es ist tatsächlich so. Murakamis literarische Note ist es, Dinge von außerhalb unserer Wahrnehmung zu erdenken und daraus etwas Geheimnisvolles zu erschaffen. Eine Auflösung überlässt er dann ganz unserer eigenen Phantasie.


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