Horst Evers: Alles außer irdisch

verfasst am 17.02.2016 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Evers, Horst, Satire

Endlich: DAS Buch für alle Verschwörungstheoretiker ist da! Denn haben wir es nicht immer schon gewusst, dass hinter allem ein Plan dunkler Mächte steht? Seit Roswell waren es die Außerirdischen, dann kamen die USA und später die Banken und was-weiß-ich-noch wer hinzu. Man wusste schon gar nicht mehr, woran man glauben sollte. Aber jetzt ist alles klar: es sind die Außerirdischen.

Dass es ein an Science-Fiction angelehnter Roman ist, erkennt man schon bald: denn hier wird der Flughafen Berlin-Brandenburg eröffnet (was in unserer Realität wohl nie passieren wird …)! Diese Eröffnung selbst ist der Auslöser einer Reihe von schier unglaublichen Ereignissen, in deren Brennpunkt sich der Dauerstudent Goiko wieder findet.

Dass Goiko dabei – unter anderem – auf ein Wesen aus einem Faden trifft, auf ein berlinerisch sprechendes Raumschiff, auf Friedrich Nietzsche und ein Pferd und auf kilometerlange Würmer und Gurken – alles das ist die Folge des Umstandes, dass ausgerechnet er das erste vom neuen Flughafen startende Flugzeug vor einem Raumschiff rettet. Dieses sehr, sehr große Raumschiff nämlich fällt einfach so aus dem Himmel direkt auf die Landebahn, genau in dem Moment, als Goikos Maschine abheben soll.

Horst Evers amüsierte sich beim Schreiben sichtlich bestens und das führte auch bei mir zu einigen Lachanfällen. Daneben wird natürlich vieles, das uns heute beschäftigt, als das Werk der Außerirdischen enttarnt und als die Folge eben dieses großen Planes, der dahinter steht … und ehrlich: haben wir es nicht alle immer schon gewusst?

Nach einem fulminanten Beginn, der nur so vor Ideen sprüht, wird es gegen Ende des Buches etwas gemächlicher, was die neuen Ideen angelangt. “Alles außer irdisch” ist aber trotz ein paar kleinerer Längen eine wunderbar gelungene Parodie auf eine ganze Menge jener Dinge, die uns beschäftigen. Eine Geschichte in der Tradition von “Per Anhalter durch die Galaxis” mit Gegenwartsbezug.


Einen Kommentar hinterlassen

* erforderlich. Beachten Sie bitte die Datenschutzerklärung


Top