Joe Fischler: Veilchens Feuer
Valerie Mausers zweiter Fall. Alpenkrimi

verfasst am 08.01.2016 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Fischler, Joe, Kriminalromane

An und für sich mag ich ja die Bundesländer – Krimi. Bei diesem hielt sich aber mein Mögen in Grenzen.

Die beiden ehemaligen, erfolgreichen LKA Wien Mitarbeiter, sind noch immer in inniger Freundschaft verbunden. Valerie Mauser – besonderes Merkmal blonder Wuschelkopf – und Stolwerk – seine bemerkenswerte, etwas ausladende Figur sticht überall hervor. Valerie, von den Tirolern in ihrem Team nicht unbedingt mit offenen Armen aufgenommen, ist die Frau Oberstleutnant, die ihrem Kollegen Geyer als Chefin vorgesetzt wird. Hat er sich doch soviel Hoffnung auf diesen Posten gemacht.

Stolwerk machte sich nach seiner Verabschiedung aus dem LKA Wien mit einer Sicherheitsfirma selbstständig. Sein größter Lebensinhalt ist aber wohl die Frau Oberstleutnant, von ihm Veilchen genannt, die er mit seinem Beschützerinstinkt manchmal fast erdrückt.

So weit so gut, natürlich gibt es auch noch andere Protagonisten, teilweise so richtig Klischee bezogen. Z. B den Berger (Vorgesetzter der Mauser). Typischer Beamter- der Bericht über ein Geschehen soll schon fertig sein, bevor Selbiges stattgefunden hat. Dann gibt es noch den geschwätzigen Jungspunt Schwatz. Ein nicht mundfauler, vorlauter Bursche, aber mit dem Computer kennt er sich aus, und ist auch sonst ganz anstellig.

Joe Fischler kann mich über die erste Hälfte so gar nicht begeistern. Seine Sprache ist teilweise sehr salopp – das ist nicht so ganz mein Ding. Schmunzeln ist wohl fallweise angesagt, macht für mich aber noch keinen wirklich guten Krimi. Auch fehlt mir über weite Strecken die Spannung.

Das Ziel dieses Buches ist es, den schon leicht überalterten Alpen Rocker Wolf Rock, der heftigst mit dem Tode bedroht wird zu schützen. Diese Passage über die Missgeschicke dabei, und die teilweise „hatscherten“ Aktionen der Polizei , sowie das peinliche Auftreten des Herrn Landeshauptmann Freudenschuss mag ja ein bisschen amüsant sein, aber auch sehr langatmig.

Dann wird’s aber doch halbwegs spannend:

Ein zweiter Erzählstrang, erkennbar an einer anderen Schrift, geht zurück in die Vergangenheit des Gotthilf Semmelweis – jetzt Wolf Rock – und hat wohl mit einer ganz bösen Sache zu tun.

Und genau dieser Erzählstrang führt dann zur Lösung des Attentats auf den gar nicht smarten Rocker. Zwischendurch gibt es die Stunteinlagen der Frau Oberstleutnant, unheimlich viel Durcheinander, Demonstrationen, deren Bestimmung mir nicht so ganz klar wurde.

Ich bin wohl nicht der Typ für solche Krimis, auch wenn das eine oder andere Mal der Schalk und der Witz hinter den Zeilen hervorzwinkert. Das Buch ist schnell gelesen, und erfordert durch seinen leicht lesbaren Stil nicht allzu viel Konzentration.



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