Peter Wehle: Teufelskoller
Ein dämonischer Kriminalroman

verfasst am 12.02.2015 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Wehle, Peter

Peter Wehle siedelt seinen dämonischen Kriminalroman im Salzburger Land an, in dem fiktiven Ort Sankt Nepomuk. Im 17. Jahrhundert wurden dort Frauen, die sich von „normalen“ Menschen unterschieden, als Hexen verfolgt und getötet. Bedauerlicherweise gibt es im Jahr 2008 noch immer ein paar Verrückte, die diesem Brauch nachhängen.

Und so wird die Barbara Koller – Namensschwester einer im Mittelalter ermordeten Hexe – aufgrund ihrer etwas anderen Art, ihrer außergewöhnlichen Kleidung, von diesen Leuten verfolgt. Eines Tages findet man sie tot auf einer angeblich alten Kultstätte. Die Kunde eines Mordes mit „rituellem“ Hintergrund verbreitet sich rasch im Dorf.

Zu diesem Zeitpunkt ist Wotan Perkowitz (sein Vater ein begeisterter Wagnerianer, deshalb der absonderliche Vorname) seit kurzer Zeit auf der komfortablen Almhütte seiner Tante im schönen Salzburger Lungau. Wotan soll auf der Hütte sein Psychologiestudium vorantreiben.

Peter Wehle schildert das Aufeinandertreffen Wotans mit der heimischen Bevölkerung, teilweise untermalt mit sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten, mit einem Augenzwinkern. Die entsprechenden Passagen des Buches sind köstlicher Lesestoff. Aber für meine Begriffe manchmal etwas zu langatmig.

Wotan, der Zuagroaste, wird, auf Grund der Tatsache, dass er die Bekanntschaft der Barbara Koller gemacht hat, sofort als des Teufels Werkzeug identifiziert. Mit Hilfe seiner ortsansässigen Tante, der Frau Apothekerin, und deren Fürsprache, wird er Gott sei Dank, als Verdächtiger ausgeschlossen.

Seltsame Dinge passieren weiterhin im Dorf, auch Wotan bleibt von „dämonischen“ Begegnungen nicht verschont. Peter Wehle versteht es immer wieder Dorfbewohner als Verdächtige zu präsentieren. Bis zum nahenden Ende des Buches ist es mir nicht gelungen, meine detektivische Spürnase auf eine Person zu fixieren.

Es ist auch nicht mit dem einen Mord an der Kollerin getan, ein weiterer Mord geschieht, und es sollten noch einige Folgen, hätte nicht der gewiefte Wotan mit psychologischer Spürnase Grausameres verhindert. Der Teufel – dörflich genannt „Gottseibeiuns“- wird immer wieder als Übeltäter strapaziert. Aber weitgefehlt, der hat nix mit den Grauslichkeiten zu tun. Wie sich herausstellt, rein materielle Interessen lassen eine Handvoll böser Menschen, des sonst so idyllische Dorf Sankt Nepomuk in seinen Grundfesten erzittern. Ende gut, alles gut, weil auch noch der Sohn der Barbara Koller, welcher als Kind verschwunden war, wieder auftauchte.

Peter Wehle legt uns einen amüsanten Roman vor. Er versteht es, die Charaktere der Dörfler lebendig zu schildern. Teufelskoller ist ein Krimi, der zum Unterschied von anderen Krimis aus meinem Fundus, amüsant zu lesen ist, und mich nicht erschaudern lies, oder mir den Schlaf raubte. Für mich aber, bedauerlicherweise, lässt Wehle im letzten Teil des Buches, zuviel Unwahrscheinliches aufkommen. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Teufelskoller ist eine leichte, entspannende Lektüre.


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