Claudio Cantele: Im Visier der Heuschrecken

verfasst am 19.01.2014 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Cantele, Claudio, Thriller

Im Visier der HeuschreckenEin brauner Koffer ist Gegenstand einer fatalen Verwechslung, die den Wiener Rechtsanwalt Trauffenstein in eine ziemlich missliche Lage bringt. Der Raub hoch brisanter Unterlagen über Geldspekulationen im großen Stil schlägt Wellen bis nach Lettland und stürzt dieses Land fast in den Staatsbankrott.

In einem August in Wien erteilt Franziska von Zinober ihren Mitarbeitern den Auftrag, einem Juwelier seinen braunen Koffer zu entwenden. Sie selbst nennt ihren Betrieb „Detektei für Aufträge aller Art“, und die Geschäfte laufen gut. Ihr Vater, Baron von Zinober, der ein stolzes Vermögen mit nicht ganz astreinen Geschäften angehäuft hat, war ihr ein guter Lehrer.

Den Anweisungen folgend passiert ein Missverständnis. Die Zielperson, der Juwelier August Streinitz, bleibt aufgrund einer Verwechslung verschont. Dagegen wird der Rechtsanwalt Trauffenstein mit einem Elektroschocker in einer Wiener Tiefgarage außer Fecht gesetzt. Als Franziska den Koffer in den Händen hat, ist sie über den Inhalt mehr als erstaunt. Doch als Geschäftsfrau versteht sie damit umzugehen und riecht Geld, wenn auch anders als geplant.

Der Rechtsanwalt erholt sich vom Stromschlag relativ schnell und schon ist die Polizei vor Ort. Trauffenstein will sich gar nicht mal vorstellen, was ihn in den kommenden Tagen erwartet. Der Inhalt des Koffers ist äußerst brisant.

Nur einen Tag später treiben Finanzspekulanten durch einen geplanten Angriff Lettland fast in den Ruin. Soziale Unruhen breiten sich angesichts der Krise aus, und das kurz vor der Absegnung Brüssels, ein Mitgliedsstaat der Europäischen Union zu werden.

Flavio Contarini, ein Finanzexperte aus Padova, schlittert eher zufällig in dieses Finanzchaos und schafft es gemeinsam mit einem befreundeten Journalisten einer US-Investorengruppe ihren faulen Deal zu vermiesen.

Der Roman ist aus meiner Sicht eher eine erklärende Darstellung, wie „Heuschrecken“ kriminelle Handlungen im Finanzsektor setzen. Lebendige Beschreibungen der handelnden AkteurInnen kommen mir persönlich zu kurz.

Trotzdem spannender Einblick in die Materie der globalen Finanzspekulationen.


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