Franz Friedrich Altmann : Turrinis Bauch

Mag.a Gudrun Wurm, genannt Gucki, arbeitet als Redakteurin bei den „Mühlviertler Nachrichten“  in Freistadt. Eigentlich wollte sie schon längst aus der Provinz abhauen, die Vorkommnisse in der Gegend, über die sie zu berichten hat, sind ihr schon viel zu langweilig. Vielleicht ist sie gerade deshalb auch so eine wilde Vettel, quasi zum Ausgleich zu ihrem Job.

Sie ist in schwarzer Lederjacke unterwegs, fährt Motorrad und das nicht langsam, tarockiert mit ihren Freunden und trinkt mehr Bier als ihr guttut. Turrini, ihr Hund, der dem gleichnamigen Dichter nicht wirklich ähnlich sieht – naja, vielleicht ein wenig – ist ihr treuer Begleiter. Kurz vor Guckis Urlaub beginnt plötzlich eine Mordserie. Die Redakteurin denkt schon über eine passende Schlagzeile für ihren Artikel nach und lässt es sich nicht nehmen, auf eigene Faust zu ermitteln.

Vorerst muss sie allerdings noch über den 100. Geburtstag der Rosi Schützeneder berichten, die im Bezirksaltenheim St. Johann wohnt. Zu diesem Ehrentag findet sich auch Prominenz ein, die gerne in der Zeitung abgebildet werden möchte. Das Tamtam scheint Rosi doch zu dick aufgetragen, dass sie sich gleich mittels Herzinfarkt von der Welt verabschiedet. Und was daran soll nun mit dem spannenden Artikel und „Gucki steckt ihre Nase in Ermittlungsarbeiten in Sachen Mord rein“ zu tun haben?

Alles beginnt mit dem Mühlviertler Brauchtum, dem Sauschädel-Stehlen. Jonny, einer der Tarockfreunde hat ein Schwein geschlachtet, das nun im Kühlraum zum Ausbluten aufgehängt ist. Gucki und ihre Kartenspielkollegen Fuzzi und Max beschließen, ihrem Freund Jonny den Sauschädel zu stehlen. Diesem Brauchtum zufolge wird dann quasi eine Gerichtsverhandlung abgehalten, der Bestohlene wird verspottet, als schlamperter Kunt hingestellt, weil er nicht mal fähig ist, auf sein Hab und Gut aufzupassen und die Diebe müssen ordentlich zahlen. Was heißt, es wird feucht-fröhlich gefeiert.

Gucki sucht im finsteren Kühlraum nach dem Sauschädel. Sie ergreift ihn auch, doch als ihre Freunde das Licht anmachen, ist sie etwas schockiert. Es ist nicht der Sauschädel, den sie da in den Händen hält, sondern der Kopf einer Frau. Wie sich später herausstellt, der Kopf der Altenpflegerin Alena vom Bezirksaltenheims St. Johann. Fuzzi, Max und Gucki suchen nach dem fehlenden Körper der Frau und finden diesen mit in der Brust steckenden Nordic-Walking-Stöcken. Gucki sieht schon die Schlagzeile vor sich:
„Neuer  Volkssport: Nordic Killing!“

Jonny kann es nicht gewesen sein, er ist ja in der Nachtschicht. Die drei überlegen, die Leiche auf dem Friedhof verschwinden zu lassen. Während Fuzzi , Max und Gucki ihr Vorhaben zu verwirklichen versuchen, werden sie bei ihrer Autofahrt samt Leiche vom hiesigen Polizisten Inspektor Raffl aufgehalten. Alkoholkontrolle! Da bleibt doch nur die Fahrerflucht!

Bald gibt es eine zweite Leiche. Die Leni, ebenfalls Pflegerin in einem Altenheim liegt tot im Garten, in ihrer Brust stecken ebenfalls Nordic-Walking-Stöcke. Gucki  bekommt bei ihren Recherchen bald mächtig Ärger mit Oberstleutnant Rammer von der Mordkommission und seiner Kollegin Helli. Die sind ziemlich sauer, weil die Redakteurin ihnen bei der Aufklärung der Morde nicht nur ständig reinpfuscht, sondern sie selbst den Täter überführt und damit die Erfolgsquote der Mordkommission drückt.

Der dritte Turrini-Krimi, witzig und skurril. Teilweise etwas derb in der Aussprache.  Jedes Kapitel beginnt mit einem Wort im Mühlviertler Dialekt. Sei es Gwiaxt, verwoataglt oder lowalat. Manches kaum ins Hochdeutsche übersetzbar. Dieser Einstieg in jedes Kapitel hat mir gut gefallen.

Kann mir allerdings gut vorstellen, dass dieses Buch für so manche/n LeserIn die Grenze des Humors überschreitet :o)


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