Martin Walker: Schwarze Diamanten
Der dritte Fall für Bruno, Chef de police

verfasst am 29.04.2011 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Walker, Martin

Die Schwarzen Diamanten sind keine Edelsteine sondern Schwarze Trüffel – so teuer und so begehrt, dass es sich dafür trefflich morden lässt. Inspector Bruno Courreges ermittelt zum dritten Mal und diesmal reichen die Verwicklungen aus dem beschaulichen Perigord hinaus bis in den fernen Osten.

Es sind zuerst einmal nur Gerüchte: jemand verkauft billige Trüffel aus China als Schwarze Trüffel aus dem Perigord. Dabei geht es um viel Geld, Millionen genau genommen, denn für ein Kilo des Originals werden auch schon einmal ein paar tausend Euro bezahlt. Billige, untergeschobene  Ware ist da schlecht für das Vertrauen der Kundschaft und damit fürs Geschäft.

Bruno stösst bei seinen Nachforschungen auf dem Trüffelmarkt in der Nachbargemeinde ein paar Auffälligkeiten, die diese Gerüchte rasch zur Gewissheit werden lassen. Und dann geschieht ein Mord: Hercule Vendrot, Freund von Bruno und Trüffelkenner ist das Opfer.

Bruno ist durch den Mord an Hercule Vendrot direkt betroffen. Der Tote war sein Freund, hat ihm geholfen, selbst ein paar Trüffelsporen zu setzen. Hercule erzählte Bruno von den Gerüchten, doch dabei hörten wohl  auch noch unerwünschte Zuhörer mit und wenige Tage später ist Hercule tot.

Es ist überhaupt eine unruhige Zeit in und rund um  Saint-Denise: Wahlen stehen vor der Türe und für den langgedienten Bürgermeister könnte es diesmal knapp werden. Ein Vater-Sohn-Konflikt endet in der Schließung des Sägewerks und dem Verlust vieler Arbeitsplätze. Dann die Beschwerden über minderwertige Trüffel, der Anschlag auf einen asiatischen Stand auf dem Markt. Und dann der Tod des Freundes.

Ein Mord, dessen Brutälität weit über das normale Maß hinaus geht. Jemand hielt Hercule offensichtlich für einen Verräter und hängte ihn mit durchgeschnittener Kehle gemeinsam mit seinem Hund an seinem Hochsitz auf. Das sorgt für Aufregung und Betriebsamkeit nicht nur bei der Polizei sondern auch in Geheimdienstkreisen, denn Hercule war nicht nur Jagdfreund von Bruno und Trüffelexperte, er war auch eine Legende aus dem Krieg in Vietnam und Geheimnisträger.

Es geht weitaus actionreicher zu als bei den ersten beiden Fällen von Bruno, actionreicher und spannender. Die Schatten aus vergangenen Kriegen, die Frankreich führte, verdunkeln die beschauliche Landschaft des Perigord, und diesmal reichen ein paar schöne Worte nicht mehr aus, um den Fall zu lösen. Bruno muss alle Register ziehen und seine Verbindungen zum Militär und zum Innenministerium aktivieren.

Chinesische Mafiabanden, Spuren in die Vergangenheit vom Krieg in Algerien bis zum Indochinakrieg. Bei seinen Recherchen stösst Bruno dann nicht nur auf betrügerische Machenschaften in der Nachbargemeinde, gleichzeitig nehmen überall die Anschläge auf vietnamesische und chinesische Geschäfte und Lokale zu –  Bruno fürchtet um die Beschaulichkeit in seiner Heimat und dagegen muss er etwas unternehmen.

Brunos erster Fall war spannend, aber vor allem eine sehr einfühlsame Schilderung der Menschen und der Region. Grand Cru, sein zweiter Fall, gefiel mir weniger gut, da fehlte es ein wenig an Atmosphäre und Spannung,  aber mit seinem dritten Fall hat Martin Walker mich wieder als unbedingten Fan gewonnen.

Etwas weniger über Land und Leute, dafür viel mehr an Spannung und Rätsel bis zum Schluß:
der bisher beste Krimi mit Bruno, Chef de police.

PS: es wurden nur 4,5 von 5 Punkten, weil es zum Schluß hin für mein Gefühl etwas zu schnell ging mit der (Auf)Lösung.

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