Larsson, Stieg: Verdammnis

verfasst am 17.01.2009 von | 4 Kommentare
Rubriken: Kriminalromane, Larsson, Stieg

Ein ehrgeiziger junger Journalist bietet Mikael Blomkvist für sein Magazin „Millennium“ eine Story an, die skandalöser nicht sein könnte. Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land geschafft und zur Prostitution gezwungen werden. Als sich Lisbeth Salander in die Recherchen einschaltet, stößt sie auf ein besonders pikantes Detail: Nils Bjurman, ihr ehemaliger Betreuer, scheint in den Mädchenhandel involviert zu sein.

Wenig später werden der Journalist und Nils Bjurman tot aufgefunden. Die Tatwaffe trägt Lisbeths Fingerabdrücke. Sie wird an den Pranger gestellt und flüchtet. Nur Mikael Blomkvist glaubt an ihre Unschuld und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Seine Nachforschungen führen in Lisbeths Vergangenheit. Eine Vergangenheit, die ihn bald das Fürchten lehrt.

Soweit die  einleitende (Verlags-)beschreibung des zweiten Teiles der Triliogie rund um das Millennium-Magazin.

Zuerst sei vermerkt: wer dieses Buch lesen will, sollte den ersten Teil – Verdammnis – schon gelesen haben. Die Charakterisierung der Hauptpersonen wird nun weiter entwickelt, immer wieder gibt es Rückblenden auf Handlungsabschnitte in Teil 1. Ein Merkmal der Bücher von Stieg Larsson scheint die Vielzahl der involvierten Personen zu sein, die jeweils auch noch sehr genau beschrieben werden. Vorwissen hilft also ungemein beim Verstehen der Handlung.

Zu Beginn lernt man eine Lisbet Salander kennen, die anfängt sich stark zu verändern, ihr Leben neu zu gestalten. Als dann die einleitend beschriebenen Ereignisse eintreten wird sie jäh aus ihrem neuen Leben gerissen und erneut mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. „All das Böse“ taucht wieder aus der Versenkung auf.

Zum einem fesselnden Beginn gesellt sich nach den ersten dramatischen Ereignissen  oft das Gefühl, dass hier Seiten gefüllt wurden, nur um eine dickeres Buch daraus zu machen. Die einzelnen Aspekte und Details sind zwar spannend, jedoch kommt der Handlungsfaden  insgesamt leicht abhanden. Weite Teile des Buches genötigen Geduld und die volle Konzentration auf die Details in der Handlung und bei den handelnden Personen.

Richtig in Schwung kommen die Geschehnisse erst wieder im letzten Drittel. Die einzelnen Fäden finden wieder zusammen und ergeben ein Bild, eine Wirkung wie Ravels Bolero: zum Ende hin wird die Handlung zum Stakkato

Am Ende des Buches weiss man dann: wer Verdammnis liest, muß wohl auch den dritten Band – Vergebung – gleich mit einplanen. Es ist eben eine Trilogie.


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag 4 Kommentare


  • Kommentar von  Birgit Kolik am 12.08.2009 um 10:55 Uhr Uhr

    Euren Blogg muss ich wirklich weiterempfehlen

  • Kommentar von  Elke am 13.02.2009 um 16:22 Uhr Uhr

    Na dann, geh i mal in eine Büchershop ;o) Danke für die Info. Bis bald, vielleicht wieder mal bei Rosinante!

  • Kommentar von  Andreas am 13.02.2009 um 15:36 Uhr Uhr

    Ich würde mit Verblendung beginnen. Damit hast Du einfach mehr Basisinfos zur Geschichte von Verdammnis. Bei Verdammnis beginnt zwar eine neue Handlung, aber oft mit Bezug auf den ersten Band und ausserdem kennst Du dann schon die Personen.

    Verdammnis ist Teil 2 und Vergebung ist Teil 3. Sind eh nur so ca. 2.500 Seiten insgesamt *ggg*

  • Kommentar von  Elke am 13.02.2009 um 14:34 Uhr Uhr

    Hallo Andreas,
    hab diese Buch in meinem Regal (gerade gefunden ;o) und du schreibst, Trilogie??? Soll ich zuerst mal die anderen lesen und dann diesen dicken Schmöcker mir reinziehen? Lg Elke

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