Agatha Christie, Frédéric Brémaud: Die Morde des Herrn ABC
Ein Fall für Hercule Poirot (11)
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Buchbesprechung verfasst von: Andreas
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Die Veröffentlichung der Graphic Novel-Version von Agatha Christies Krimi war der Anlass, zuerst einmal den Roman zu lesen.
Das ist jetzt erledigt und ich kann beide Ausgaben von „Die Morde des Herrn ABC“ direkt vergleichen. Eine kurze Beschreibung des Inhaltes gibt es in der Buchbesprechung, jetzt geht es nur um die Umsetzung in der Ausgabe des Carlsen Verlages.
In diesem fünften Band der Reihe „Agatha Christie Classics“ kommen die Zeichnungen erstmal von Alberto Zanon. Die Umsetzung folgt in Text und Dramaturgie exakt der Romanfassung, lediglich gekürzt um jene Szenen, die für den Fortgang der Handlung entbehrlich sind. Manches von diesen übersprungenen Abschnitten wird in Zusammenfassungen als Sprechblase erwähnt.
Der Krimi selbst ist etwas untypisch für einen Fall für Poirot, weil es nicht einen erkennbaren Kreis möglicher Täter oder Täterinnen geht, sondern es zunächst völlig unabsehbar ist, wer die Verbrechen geht. Viele Schauplätze, Opfer in unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, die rein gar nichts miteinander zu tun haben. Das bringt mit sich, dass Poirot es mit übermäßig vielen Polizeibeamten zu tun bekannt; von denen zumindest einer die Mitarbeit des Detektivs überhaupt nicht schätzt.
Die Story ist, wie ich findet, für diese Ausgabe gut zusammengefasst.
Weniger begeistert bin ich von den Illustrationen. In Alberto Zanons Stil sind alle Personen einander sehr ähnlich dargestellt. Die Herren meist sehr stämmig bis korpulent, der Blick (vielleicht weil das so britisch wirkt?) oft von oben herab. Die Damen klein und verschämt, der Blick, wenn nicht überhaupt zu Boden gerichtet, dann von unten hinauf.
Zusammen ergibt das den Band der Reihe, die mich bislang am wenigsten überzeugt. Wobei meine nicht so positive Bewertung überwiegend deshalb zustande kommt, weil die Illustrationen eben nicht meinen Geschmack treffen.