Buchbesprechung/Rezension:

Natasha Lester: Die Kleider der Frauen


verfasst am 09.11.2021 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Lester, Natasha, Liebesgeschichte
LiteraturBlog Bewertung:

Über die Autorin:
Über Natasha Lesters Biografie war nur wenig in Erfahrung zu bringen. Zu den spärlichen Informationen, die es über die Autorin gibt, gehört, dass sie Marketingleiterin bei L’Oreal und verantwortlich für die Marke Maybelline war, bevor sie sich entschloss, an die Uni zurückzukehren, um Creative Writing zu studieren.

Heute lebt sie in Australien, ist Dozentin, Schriftstellerin und Mutter dreier Kinder. Ihre Homepage ist sehr professionell und modern aufgebaut:
https://www.natashalester.com.au

Übersetzt wurde das Buch von Christine Strüh.

Über das Buch:
Ohne mich im Vorfeld mit der Autorin des Romans zu befassen, habe ich diesmal einfach drauflos gelesen. Erst im Nachhinein, bei der Recherche zur Autorin, stellte sich heraus, dass es sich bei „Die Farben der Frauen“ um eine Serie handelt. Nachdem ich die Inhaltsangaben der anderen beiden Bände gelesen hatte, bin ich mir aber nicht sicher, ob die Bücher auch inhaltlich zusammenhängen, da sie von Personen erzählen, die ich aus Band zwei nicht kenne. Das, was die Bücher sicher gemeinsam haben, ist, dass sie von starken Frauencharakteren während des
Zweiten Weltkrieges handeln.

Ich hatte Lust auf einen unterhaltsamen, leichten und entspannenden Frauenroman und suchte nach positiver Stimmung als Ausgleich für die immer nebeliger werdende Jahreszeit! Als mir das Buch beim Stöbern in die Hände fiel, dachte ich, mit diesem Roman fündig geworden zu sein. Ganz so war es aber nicht, da die Geschichte es dann doch ganz schön in sich hatte!

Kurz zusammengefasst: viel Drama, Leid und zahlreiche Schicksalsschläge, dazu eine verworrene Familien- und eine komplizierte Liebesgeschichte mitten im Elend des Zweiten Weltkrieges.

Das Buch las sich sehr gut und die Geschichte fesselte mich dann doch so sehr, dass ich nicht aufhören wollte zu lesen. Die Sprache war flüssig und leicht. Der Text liefert gerade das richtige Maß an Beschreibung und Handlung. Ich fand extrem leicht in die Handlung hinein und wollte das Buch nicht mehr zur Seite legen.

Im Zentrum der Geschichte steht die 22-jährige lebensfrohe Estella Bissetta, die als Haute-Couture-Schneiderin zusammen mit ihrer Mutter Jeanne im Atelier von Monsieur Aumont in Paris arbeitete. Es war im Jahre 1940, kurz bevor Hitler in einem Blitzkrieg Frankreich innerhalb von 5 Wochen besiegte. Estella lebt für Mode und Design und ist eine sehr begabte und kreative Schneiderin und Modellzeichnerin.

Als sie auf dem Nachhauseweg von einem Jazzclub auf den sterbenden Monsieur Aumont trifft, ändert sich ihr Leben nachhaltig. Monsieur Aumont unterstützte die Résistance. Dabei handelte es sich um viele kleine Gruppierungen, die gegen das Hitlerregime aktiv Widerstand leisteten. In Frankreich spielte dabei General Charles de Gaulle eine wichtige Rolle.

Monsieur Aumont bat Estella kurz vor seinem letzten Atemzug, eine wichtige Information (Gebäudeplan) an einen Spion, der für die Résistance arbeitete, zu übergeben. Als Estella die Unterlagen übergeben hatte und sie diese Geschichte ihrer Mutter erzählte, steht für Jeanne fest: Estella muss so schnell wie möglich in die USA flüchten. Da Estella einen amerikanischen Vater hatte und sie damit auch amerikanische Papiere besaß, schaffte sie es relativ leicht nach New York. Estella träumte davon, dort als erfolgreiche Modedesignerin berühmt zu werden. Sie lebte
nur für die Mode und musste einige private und berufliche Rückschläge hinnehmen. Als sie schließlich bei einer exklusiven Party in New York zufällig dem Spion aus Paris über den Weg läuft, spitzt sich ihr Leben dramatisch zu.

Leichte Kost war das Buch tatsächlich nicht. Es erzählt vom traumatischen Leben der Pariser während dieser Zeit, von Männern, die ihre Frauen terrorisierten. Leider gab es auch Zeitsprünge, immer genau nach einem Cliffhanger. Denn Natasha Lester erzählte parallel auch eine zweite Geschichte, nämlich jene von Estellas Enkelin Fabienne aus dem Jahr 2015. Ich kann so etwas eigentlich nicht ausstehen, konnte aber trotzdem nicht aufhören zu lesen.

Die Autorin schreibt sehr realistisch über die Nazizeit. Man merkt, dass sie sich viel Mühe bei der Recherche machte. Am Ende des Buches erwähnt sie auch alle realen Personen, die sie in ihrem Buch verwendet hat.

Trotz allem ist es aber ein Buch über die Welt der Frauen zu dieser Zeit, über ihren Mut, ihr Leben, die Liebe und vor allem über die Mode. Ich hatte immer wieder das Gefühl, meine Oma vor mir zu sehen, die auch sehr auf ihr Äußeres und ihre Kleidung achtete. Und das trotz ihrer Armut.

Frauenbücher der Reihe nach:
1. Band: „Die Farben der Frauen“ (2017)
2. Band: „Die Kleider der Frauen“ (2018)
3. Band: „Die Bilder der Frauen“ (2019)




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