Buchbesprechung/Rezension:

Paolo Cognetti: Das Glück des Wolfes


verfasst am 04.10.2021 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Cognetti, Paolo, Romane
LiteraturBlog Bewertung:

Über den Autor:
Paolo Cognetti, am 27. Jänner 1978 in Mailand geboren, ist ein italienischer Schriftsteller und Filmemacher. Er studierte Mathematik, gab das Studium aber auf und machte eine Filmausbildung. Er drehte mehrere Dokumentarfilme und schreibt Erzählungen und Romane. Seine Zeit verbringt er am liebsten im Hochgebirge und die Erlebnisse in der Bergwelt inspirieren ihn zum Schreiben.

Über das Buch:
Wer Peter Rosegger gelesen hat, weiß wie bildhaft und langatmig man über die Bergwelt und die Natur schreiben kann. Paolo Cognettis Schreibstil ist das Gegenteil davon. Er schreibt kurz, prägnant und sachlich, transportiert mit wenigen Worten viel Inhalt. Dabei fühlt man sich nicht weniger in die Gebirgswelt versetzt, als bei Rosegger. Im Gegenteil, seine Art zu schreiben lässt einem die Bergwelt viel besser fühlen, begreifen, ja fast riechen. So wirkt sein Roman karg, still, etwas düster und für mich manchmal beklemmend, weil ich die Enge der Berge so empfinde.

Der Held des Romans ist der vierzigjährige Fausto. Er flüchtet sich bei Schwierigkeiten immer mal wieder in die Berge und findet auf der Suche nach einem Neuanfang Zuflucht in Fontana Fredda. Die Berge dort kennt er von klein auf. Er hat sich frisch von seiner Freundin getrennt, die gemeinsame Wohnung in Mailand soll geräumt werden. Fausto lässt das vorerst in der Schwebe und verbringt erst einmal den Winter in den Bergen.

Dort beginnt er als Koch im kleinen Restaurant der ehemaligen Revolutionärin Babette zu arbeiten und verdingt sich als Schneeraupenfahrer. Fausto hat in jungen Jahren sein Studium abgebrochen, weil er überzeugt war, dass ihm die Uni nichts beibringen kann. Stattdessen las er alles, was er in die Finger bekam und nachts schrieb er. Die Schriftstellerei ist seine Berufung, da er davon aber bisher nicht leben kann, hat er gelernt, sich durchzuschlagen.

Im Laufe der Geschichte lernt Fausto Silvia kennen und lieben. Sie ist eine Lebenskünstlerin, die im Restaurant als Kellnerin zu arbeiten beginnt. Nach dem Winter verlässt sie den Ort wieder, um den Sommer im Trentino zu verbringen.

Fausto regelt schließlich seine Angelegenheiten in Mailand und steht Santorso bei. Der Holzfäller, der einen Unfall beim Wandern hatte und dessen Hände dabei schlimm zugerichtet wurden, hat den typischen eigenwilligen Charakter eines Bergbewohners. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Freundschaft.

Im Laufe der Geschichte kehren die Wölfe nach Fontana Fredda zurück, ebenso wie Silvia, die Lebenskünstlerin. Und Fausto pachtet das kleine Restaurant von Babette.

Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Es passt von der Stimmung her sehr gut in jetzt beginnende Zeit des Herbstes und Winters.




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