Sara Paborn: Beim Morden bitte langsam vorgehen

verfasst am 17.04.2018 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Paborn, Sara

(Nein, das ist kein Anleitungsbuch um einen Mord zu begehen.)

Die Protagonistin hat nach 39 Jahren Ehe genug vom Horst, einem sehr ambitionierten Menschen immer dann und nur, wenn es um solche Dinge wie Kabelverlegen geht. Sein Leben dreht sich hauptsächlich um selbige Kabeln und um Hightech Geräte um Musik zu hören.

Irene, Bibliothekarin aus Leidenschaft und Büchersammlerin, und eher nur „halt auch da“ im gemeinsamen Haus, hat eines Tages genug.

Sara Paborn ist ein kurzweiliges Buch gelungen, textlich leicht zu lesen. Ab und dann kam mir ein Schmunzeln in mein Gesicht.

Das Bildnis einer Ehe, wie man das auch mit Sicherheit im wirklichen Leben findet. Ein Abbild von Frust, trostlosem, nebeneinander leben. Na, daran muss sich doch etwas ändern lassen?

Nun ist das Buch sicherlich nicht dazu angetan, die Giftmischerei von Irene nachzuahmen. Wäre auch zu fatal, wenn sich Ehepartner gegenseitig umbrächten. Aber, wer weiß , wie oft das im wirklichen Leben vorkommt?

Horst, ein Kerl von einem Mannsbild, schwächelt von Tag zu Tag mehr und dann bricht er sich auch noch ein Bein, ist auf die Pflege seiner Frau angewiesen. Und die gute Irene setzt ihr Werk, die Vernichtung ihres Mannes, unverdrossen fort. Nichts ist so schlecht, dass nicht auch etwas Gutes dabei herauskommt – und das ist in diesem Fall das Geld, das Irene von ihrem Horst bleibt. Ein ganz schönes Sümmchen, um ein sorgenfreies Leben leben zu können, mit Häuschen und Garten und vielen Büchern.

Giftig, amüsant und endlich Witwe – mit diesem Buch ist Sara Paborn ein guter, intelligenter Wurf gelungen.

Das Zitat „Die Ehe ist ein Krieg, ist es da nicht logisch, dass sie auch so endet wie alle Kriege? Einer stirbt“, ist mir aber doch ein wenig zu zynisch. Sicher gibt es auch Ehen, in denen man nicht zur Giftmischerin werden muss, oder?


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