Wolfgang Burger: Schlaf, Engelchen, schlaf
Ein Fall für Alexander Gerlach

verfasst am 06.08.2017 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Burger, Wolfgang, Kriminalromane

Der Untertitel lautet „Ein Fall für Alexander Gerlach“ und diesmal ist es wirklich ein Fall für ihn – nur für ihn. Kriminal-Oberrat Gerlach ist nämlich, nachdem er zuletzt nur knapp dem Tod entronnen ist, noch immer auf Genesungsurlaub: was nun dazu führt, dass er – quasi als Beschäftigungstherapie – als Privatermittler unterwegs ist. Zunächst unfreiwillig, dann aber mit stetig wachsender Ambition.

Wie auch immer der Mann an Gerlachs Telefonnummer kam: jedenfalls lässt er nicht locker, bis Gerlach einem Treffen zustimmt. Dort erzählt dieser Professor Henecka von Droh-Emails, sehr konkreten Drohungen gegen sein Leben. Und davon, dass die Polizei in seinem Fall nicht ermitteln könne, aber er, Gerlach wohl schon; und Gerlach hätte doch auch alle Mittel zur Verfügung, wenn er nur wolle.

Gerlach hätte, will aber nicht. Das aber ist gar nicht so einfach, denn der Professor verschwindet, lässt Geld und Unterlagen für Gerlach zurück. Da bleibt dem nichts übrig,  als den Mann ausfindig zu machen und ihm beides mit den passenden Worten zurück zu geben. Das Finden klappt – das Zurückgeben nicht: denn Henecka ist nicht nur bei Treffen mit Gerlach verschwunden sondern in der Folge ganz von der Bildfläche. Telefon tot, sein Arbeitgeber vermisst ihn, seine Tochter hat nichts von ihm gehört, sein Wagen wird verlassen gefunden.

Gerlach – unwillig, wie er sich einzureden versucht – macht sich auf die Suche. Doch sehr schnell merkt er, wie sein Ploziosten-Gen das Komamndo übernimtm und er und guter Ermittlerart Hinweise sucht und ihnen nachgeht. Wie sich hinter Heneckas Angst eine Geschichte enthüllt, die sich über viele Jahr hinzieht. Eine Geschichte, in der vom Verschwinden einer Ehefrau und eines kleinen Mädchens die Rede ist, von neugierigen Nachbarn und heimlichen Geliebten und von Verbindungen über den halben Globus.

Ein Heidelberg-Krimi, in dem Gerlachs Familie und seine Mitarbeiterinnen nur ganz kleine Rollen spielen. Dieses „Solo für Gerlach“ ist eine nette Geschichte, die mit mehr als 400 Seiten allerdings viel zu lang geraten ist (unter 300 hätten auch gereicht). Wolfgang Burger hätte mit einer dichteren, weitaus kürzeren Version der selben Geschichte wahrscheinlich viel mehr an Spannung, sicher aber mehr Dynamik erreicht. So kommt von beidem erst gegen Ende ein wenig auf …

Trotzdem: passende Lektüre für den Sommer, wenn man bei 35°+ dem Gehirn sowieso nichts Schwieriges oder übermäßig Aufregendes zumuten möchte :-)



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