Wolfgang Burger: Wen der Tod betrügt
Ein Fall für Alexander Gerlach (15)

verfasst am 10.10.2018 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Burger, Wolfgang, Kriminalromane

Zuerst einmal geht es darum festzustellen, ob überhaupt ein Verbrechen verübt wurde. Beim gemeinsamen Joggen mit seiner geliebten Theresa entdeckt Alexander Gerlach eine Leiche am Neckarufer. Juliana von Lembke, so hieß die Tote, hat sich von einer Brücke in den Fluß gestürzt, Selbstmord lautet der Befund der Gerichtmedizin und auf Selbstmord weisen auch alle Spuren hin.

Wäre da nicht Gerlachs “Bauchgefühl”, würde der Fall nach ein paar Tagen bei den Akten landen, ein Ehemann würde trauernd zurück bleiben und ein Unternehmen müsste sich einfach um einen Ersatz im frei gewordenen Vorstand kümmern.

Zu Hilfe kommt diesem Bauchgefühl eine Zeugin, die auf einer Brücke über den Fluß den Streit zwischen der Toten und einem Mann beobachtet haben will. Ein Wortwechsel, ein Stoß an die Schulter und die Frau fiel hinunter; das Problem ist dabei nur, dass die Zeugin obdachlos und alkoholisiert ist; ob man sich auf so eine Aussage verlassen kann? Aber es reicht für Gerlach, um von seinem Vorgesetzten des Auftrag zur Ermittlung zu bekommen: jetzt ist es ein Mordfall.

Es wird ein Fall, bei dem sich gleich mehrere Ansätze zur Lösung ergeben. Denn Juliana von Lembke war einerseits eine erfolgreiche und kompromisslose Managerin, deren letzte Aktivitäten über den halben Erdball reichten und niemand weiß ganz genau, waran sie arbeitete. In jedem Fall muss es sich aber um ein sehr brisantes Projekt handeln, denn es sieht so aus, als ob bei der Sache auch die Geheimdienste mitmischen.

Andererseits war Juliana in ihrem Privatleben sprunghaft und nahm sich, was sie wollte. Dass dabei ein paar verletzte Seelen zurück blieben, erweitert den Kreis der Verdächtigen enorm und macht Gerlachs Arbeit umso komplizierter.

Das Geschehen entwickelt sich sehr spannend und vor allem – und das will etwas heißen, bei der Vielzahl an Spuren und Schauplätzen – sehr glaubhaft. Als ob das noch nicht genug wäre, geschieht noch ein Mord.

Daneben ist wieder mehr von Gerlachs Familie zu lesen, in der es in diesen Tagen auch recht turbulent zugeht. Mutter und Vater auf der Suche nach Gemeinsamkeit, der drogenabhängige Freund einer seiner Töchter und Theresa, mit der es beinahe zum Bruch kommt. Alexander Gerlach hat es nicht leicht.

Ein rundum empfehlenswerter Krimi, der ganz ohne Brutalitäten auskommt und in dem alleine die Spurensuche, die Kombination und das Lösen von Rätseln für die Spannung und die Unterhaltung sorgen; Bezüge zu dem, was wir täglich in den Nachrichten hören, inklusive.

Außerdem menschelt es wieder mehr als in den letzten Romanen aus der Reihe und das finde ich gut!


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