Edda Minck: Suppenmord
Kommissar Hölderling kocht

verfasst am 06.05.2013 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Kriminalromane, Minck, Edda

SuppenmordEin Klassentreffen in Bad Mariental steht an und Kommissar Hölderling ist schon sehr nervös. Er wird dort seine ehemalige Geliebte Annelies wieder treffen. In einem Hotel, eingeschneit und somit von der Außenwelt abgeschnitten, feiern die ehemaligen SchulkameradInnen, als Marielle, die Gastgeberin, beim Essen der Suppe im wahrsten Sinn des Wortes den Löffel abgibt.

Höldering ist am Tag des großen Klassentreffens ziemlich verkatert. Am Vortag hat er gemeinsam mit seinem Leidensgenossen Zabel – beide Begründer und einzige Mitglieder der Vereinigung „Club der kleinen Lichter“ – einer geheimen Leidenschaft gefrönt. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit gedenken beide einem Jahrestag: gewidmet der Trennung von Annelies. Diese Herzensbrecherin hat sich von Zabel bereits im Teenageralter verabschiedet. Die Trennung von Gregor Hölderling erfolgte erst vor vier Jahren. Ziemlich frisch dementsprechend die Wunden, die geleckt werden müssen.

Die Trennung ergab eine Verbrüderung der beiden Verlassenen. Nicht selten überlegen beide, wie sie ihren Nachfolger, den Struck, um die Ecke bringen könnten. Meist enden diese Überlegungen in tiefer Trauer und halb bewusstlos im Alkoholkoma.

Ambivalent – unverdauter Trennungsschmerz und Vorfreude auf ein Wiedersehen mit Annelies – reist Gregor Hölderling nach Bad Marienthal und ist bald mit der Aufklärung zweier Morde beschäftigt. Aufgrund enormen Schneefalls ist eine Abreise der Ex-SchulkollegInnen nicht möglich, was sie alle zwingt, in dem Romantiktempel zu bleiben. Klar ist von Beginn weg, dass der/die TäterIn aus dem Kreise der feiernden Ex-SchülerInnen stammen muss.

Die große Liebe Gregors, die Annelies Seydelbast –  so ein Zufall – ist Pathologin und unterstützt Hölderling bei den Ermittlungen. Er schwitzt, trotz Winterkälte nicht unerheblich :) Und das liegt auch nicht an den 130 kg, die er mit sich herumschleppt…

Der Roman erinnert irgendwie an Agatha Christie: Ein Hotel. Eine aufgrund enormer Schneemassen eingeschlossene Gemeinschaft. Ein Kommissar, der ausnahmslos alle Anwesenden nach Motiven abklopft.

Schon bald war für mich erkennbar, wie die Geschichte endet. Trotzdem: unterhaltsame Geschichte, charmante Charaktere mit uns bekannten menschlichen Schwächen, lustigen Details zum Thema Kochen – gespickt mit feinem Humor.



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