Liza Marklund: Der Rote Wolf

verfasst am 21.07.2012 von | einen Kommentar hinterlassen
Rubriken: Marklund, Liza, Romane

Annika Bengtzon arbeitet als freie Journalistin beim „Abendblatt“. Trotz traumatischer Erlebnisse und deren Folgen – sie hört Engel singen und das löst Panikattacken aus – widmet sie sich neuerdings dem Thema Terrorismus in Schweden. Dabei liegt im Fokus ihres Interesses der Anschlag auf den Fliegerhorst F21 im Jahr 1969 und der Umgang des Militärs, das damals alle Informationen aufgrund notwendiger Geheimhaltung zurückhielt.

Sie fliegt nach Nordschweden um einen Kollegen einer anderen schwedischen Zeitung zu treffen, der mit diesem Thema vertraut ist. Doch zu einem Gespräch mit Benny Ekland kommt es nicht, er wird tot aufgefunden.

In Annikas Privatleben läuft nicht gerade alles nach Plan. Ihr Mann Thomas ist darüber nicht begeistert, dass Annika nach der Babypause wieder in das Arbeitsleben einzusteigen will. Er kennt sie nur zu gut. Wenn sie arbeitet, dann gibt es keine halbe Sachen, was bedeutet voller Einsatz als Journalistin. Frustriert aufgrund von Kinderdienst und den Stimmungsschwankungen seiner Frau sucht er Trost in einer Affäre.

Im Job gibt es auch Diskrepanzen. Das „Abendblatt“ möchte seinen Marktanteil erhöhen und das mittels voyeuristischem Journalismus. Damit kommt Annika, deren Berufsethos ernsthafter und ehrlicher Journalismus bedeutet, nicht zurecht. Mit Überzeugungsarbeit bekommt sie schließlich die Erlaubnis, einen Artikel über das Thema Terrorismus zu schreiben.

So reist Annika nach Nordschweden und ist dort mit dem Mord an Benny Ekland konfrontiert. Ein 14jähriger Junge hat gesehen, dass der Journalist mit einem Fahrzeug überfahren wurde. Der junge Zeuge dieses Mordes wird bald tot aufgefunden. Doch nicht nur der Junge muss sterben.

Annika taucht in die Geschichte ein und findet Spuren des Anschlages von 1969 der bis in die Gegenwart wirkt. Verbunden mit dem terroristischen Anschlag findet sie Puzzleteil für Puzzleteil eine Personengruppe, die damals als kommunistisch motivierte terroristische Zelle zusammengefunden hat. Heute leben diese hinter bürgerlichen Fassaden und politischen Machtpositionen. Der Kopf der linksextremen Zelle kehrt zurück. Schwerkrank will er sich von seinen damaligen Freunden verabschieden. Im Arrangieren der Treffen greift er zu drastischen Mitteln, um seine Freunde in ihrem heutigen Leben nicht zu gefährden. In einem spannenden Finale kann Annika den lange zurückliegenden Anschlag auf den F21 und die Mordserie aufklären.

Ein spannender Krimi, der die Maoisten Schwedens und ihre Gesinnung gekoppelt mit der Verwicklung der Politik drastisch beschreibt. Das Ende des Buches ist allerdings dann doch sehr konstruiert.



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