Mechtild Borrmann: Morgen ist der Tag nach gestern

Das Haus brennt bis auf die Grundmauern ab und Gustav Horstmann, der Besitzer ist mit verbrannt. Dass aber weder Feuer noch Rauch die Ursache für seinen Tod waren, das stellt die Polizei schon beim Auffinden der Leiche fest.

Dann wird im Schutt eine weitere Leiche gefunden, fast hätte man bei den Aufräumarbeiten dieses zweite Opfer übersehen. Dieser Tote bleibt vorerst unbekannt, keine Spur, wie er ins Haus kam. 

Und letztendlich, als man endlich auch den Keller untersuchen kann, findet die Polizei dort ein Einrichtungen und Gerätschaften, die das Schlimmste befürchten lassen: ein Bett, Spuren von Vergewaltigung, ein PC, Bilder von Kindern. Mit diesen Funden hat sich der Fall für die Polizei von Kleve zu einem Fall auch für das BKA entwickelt.

Mechthild Borrmann lässt verschiedene Geschichten an unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeiten beginnen. Da ist der verzweifelte Vater, dessen Gedanken nur noch um seine verschwundene Tochter kreisen. Der Sohn, der in seiner ganz eigenen Gedankenwelt gefangen ist. Die Stiftung, die sich um die Eltern kümmert, deren Kinder verschwunden sind und in deren Beirat der tote Gustav Horstmann saß.

In der unerträglichen Hitze des Sommers zerren die Funde immer mehr an den Nerven der Ermittler. Die ungeheuerliche Dimension des Falles lässt sich immer weniger ertragen und Auseinandersetzungen innerhalb des Teams sind da gewissermaßen vorprogrammiert. Peter Böhm, Leiter der Kommission, hat oft alle Hände voll zu tun, alles unter Kontrolle zu behalten.

Ein wenig lässt sich die Verzweiflung nachvollziehen, die Eltern verspüren, wenn ihr Kind verschwunden ist, doch so richtig kann man sich nicht hinein versetzen. Das zieht sich durch den Roman: man erhascht von vielen Dingen einen kleinen Blick hinter deren Kulissse, aber ein einprägsames Bild kommt dabei nicht wirklich heraus.

Dabei ist dieser Krimi durchaus spannend und bietet auch eine Lösung, die nachdenklich macht über den Unterschied von Wahrheit und Augenschein.

Für das zu jeder Zeit und überall aktuelle Thema „Verbrechen an Kindern“ hätte es aber durchaus mehr an Einblicken, Hintergründen und Ursachen sein dürfen.

PS: der Sinn des Titels „Morgen ist der Tag nach gestern“ blieb mir für dieses Buch leider völlig verschlossen.



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